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Rudolf - Michael Heumann

   
geboren am 27.12.1940 in Würzburg
Straße  Am Pleidenturm 6
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum00.04.1944
Todesdatum00.00.1944
TodesortAuschwitz
   
deportiert vermutlich im April 1944 nach Auschwitz und dort im selben Jahr ermordet
   
Rudolf-Michael Heumann und seine Familie zählten höchstwahrscheinlich zu den Sinti, einer Teilgruppe der Roma, die in Mittel- und Westeuropa ansässig waren. Von den Nationalsozialisten wurden sie als „Zigeuner“ oder „Zigeunermischlinge“ bezeichnet und den Kategorien der „Asozialen“ und „Arbeitsscheuen“ zugerechnet, die in großer Zahl deportiert und ermordet wurden. Am 16. Dezember 1942 ordnete Heinrich Himmler an, dass alle noch im Reich verbliebenen Sinti und Roma nach Auschwitz deportiert werden sollten.
Rudolf-Michael Heumann wurde zusammen mit seiner Mutter und seinen fünf Geschwistern am 15. März 1944 aus der Wohnung am Pleidenturm 6 abgeholt und gemeinsam mit Heidingsfelder Angehörigen auf dem Hof des Polizeipräsidiums in der Ottostraße zusammengetrieben. Sein Vater Josef war zu diesem Zeitpunkt bereits seit drei Jahren verstorben.
Vorausgegangen war dieser Aktion ein Befehl aus Berlin, der vom Reichskriminalpolizeiamt (RKPA) erlassen worden war. Darin hieß es unter anderem: „Auf den vom RKPA für die Durchführung der Aktion übersandten Formularen waren die in Frage kommenden Zigeunermischlinge – darunter auch aus Würzburg – bereits namhaft gemacht. Die Vordrucke mussten noch […] ergänzt sowie mit dem Fingerabdruck der betreffenden Person versehen werden.“
Einen Tag später, am 16.3.1944, wurde der dreijährige Rudolf-Michael mit seiner Mutter Wilhelmine und seinen fünf Geschwistern im Alter zwischen 4 und 9 sowie einigen weiteren Angehörigen nach Auschwitz deportiert, wo sie am 23.3.1944 ankamen. Rudolf-Michael erhielt die Gefangenennummer Z9355 und ist mit hoher Wahrscheinlichkeit bald nach der Ankunft verstorben, da die Überlebensbedingungen für Kinder katastrophal waren. Im März 1944 kamen neben der Familie Heumann 108 weitere sogenannte „Zigeuner“ an zwölf verschiedenen Terminen im „Zigeuner-Familienlager“ in Auschwitz-Birkenau an.
   
Quelle Hauptbuch des Zigeunerlagers im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau (Männer), S. 649f., in: Gedenkbuch – Die Sinti und Roma im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau, hg. v. Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau in Zusammenarbeit mit dem Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, Heidelberg, München u.a. 1993, Bd. 2, S. 277f.;
Flade, Roland, Dieselben Augen, dieselbe Seele. Theresia Winterstein und die Verfolgung der Würzburger Sinti-Familie im „Dritten Reich“, Würzburg 2008, S. 135f.;
Staatsarchiv München, Spruchkammerakten, Karton 156, Christian Blüm, Dokumente vom 14.09.1948, 20.01.1949, 24.2.1951;
Holocaust Survivors and Victims Database, https://www.ushmm.org/online/hsv/person_view.php?PersonId=4860859 (07.06.2016).
Autorin / Autor N.N. / Riccardo Altieri
Paten Herr Karl Adam, Frau Mechthild Adam
   
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