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Adolf (2) Frank

   
geboren am 01.01.1876 in Gestorf (Niedersachsen)
Straße  Goethestraße 11
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum23.09.1942
Todesdatum01.04.1943
TodesortTheresienstadt
   
am 23.09.1942 nach Theresienstadt deportiert und dort am 01.04.1943 ermordet
   
Adolf Franks Eltern waren der Kaufmann und Schlachter Jacob (Jakop) Frank und seine Ehefrau Rosa (Röschen) Frank, geb. Frank, die in Gestorf lebten, wo Adolf aufgewachsen ist. Beide Eltern waren israelitischer Religion. Zwei Jahre nach ihm wurde sein Bruder Salli Jakob (Jg. 1878) geboren. Nach dem Tod der Mutter 1903 - zwei Jahr vorher war sein Vater verstorben- meldete sich Adolf am 6.8.1903 nach Hannover ab. In den Meldeunterlagen war sein Bekenntnis als „lutherisch“ und sein Beruf als „Commi“ vermerkt. Aus letzterer Angabe lässt sich schließen, dass er sich selbständig ernährte.
Adolf Franks Aufenthalt in Hannover war nur relativ kurz. Im Jahr 1905 fand die Heirat mit der Metzgerstochter Selma Frankenfelder (Jg.1880) statt, die bis dahin als Krankenschwester in Frankfurt gearbeitet hatte und er ließ sich mit ihr in Würzburg nieder. Zunächst war er kaufmännischer Angestellter, später selbständiger Kaufmann. Die beiden hatten keine Kinder und wohnten in der Pleichertorstraße 30. Dort lebte auch Selmas Bruder Emil.
1914-1916 nahm Adolf Frank als Gefreiter am Ersten Weltkrieg teil und wurde verletzt. Während dieser Zeit hatte sich seine Frau wieder in Frankfurt gemeldet um als Freiwillige Verwundete zu pflegen. Nach dem Krieg arbeitete Adolf Frank als Handelsmakler und als Sachverständiger der IHK Würzburg. Von 1915 bis 1939 war das Ehepaar Frank unter der Adresse Goethestraße 11 gemeldet. Von dort mussten sie 1940 noch in die Bibrastraße 2 ½ umziehen.
Zusammen mit seiner Frau Selma und den Geschwistern seiner Frau, Rosa Freudenberger und Emil mit Ehefrau Sophie, wurde er am 23. September 1942 deportiert und starb am 1. April 1943 in Theresienstadt. Seine Frau Selma überlebte die unmenschlichen Lebensbedingungen noch länger und wurde im Oktober 1944 nach Auschwitz verschleppt und wurde dort vermutlich kurz darauf ermordet.
Adolf Franks Bruder hat offensichtlich überlebt. Sein Name findet sich auf Listen der zwischen 1933 und 1945 ausgebürgerten deutschen Staatsangehörigen.

Biographie erstellt April 2007 , überarbeitet November 2017
   
Quelle Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T. 1, S. 155;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de867131 (19.05.2016);
Datenbank der Holocaust Opfer aus den böhmischen Ländern und von Häftlingen im Theresienstädter Ghetto aus Europa, http://www.holocaust.cz/de/opferdatenbank/opfer/10597-adolf-frank/ (19.05.2016);
Auskunft aus dem Melderegister von Andreas Lilge, Stadt Springe (8.11.2017);
Friedel Homeyer, Juden im Landkreis Hannover, https://jewsofgestorf.com/jewish-cemetery-of-gestorf/(8.11.2017;
Michael Hepp, Die Ausbürgerung deutscher Staatsangehöriger 1933-45 nach den im Reichsanzeiger veröffentlichten Listen Bd. 3, Register der Geburtsorte und der letzten Wohnorte vor der Ausbürgerung, S. 106,
Autorin / Autor Andreas Roser, Ingrid Sontag
Paten Herr Eberhard Umbach, Frau Gisela Umbach
   
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