Tilly Wortsmann, geb. Rosenheim

   
geboren am 06.03.1893 in Nürnberg
Straße  Annastraße 9
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum27.11.1941
Todesdatum26.03.1942
Todesortbei Riga
   
am 27.11.1941 nach Riga-Jungfernhof deportiert und bei Riga am 26.03.1942 ermordet
   
Tilly Wortsmann war die Tochter des Nürnberger Kaufmanns Max Rosenheim (Jg. ca. 1865) und seiner Ehefrau Emma Stern. Nach ihr kam noch die Schwester Elsbeth (1897-1976) auf die Welt. Aus ihrer späteren Berufstätigkeit ist zu schließen, dass sie zumindest eine solide Schul- und vielleicht sogar eine kaufmännische Berufsausbildung erhielt.
Tilly heiratete im Dezember 1919 den Weinhändlersohn Josef Wortsmann in Nürnberg und zog mit ihm nach Würzburg in die Annastraße 9. Die Ehe blieb kinderlos. Als ihr Mann 1920 die Firma seines Vaters übernahm, arbeitete sie als Prokuristin in der Weinhandlung mit. Nach der zwangsweisen Schließung der Firma Ende 1938, konnte sie als Sekretärin für den befreundeten Gustav Kleemann arbeiten.
Auch Tillys Schwester Elsbeth nahm später durch Heirat den Namen Wortsmann an und lebte mit ihrer Familie in Berlin. Von dort aus konnte sie 1938 mit ihrem Ehemann Erwin (1892-1975) und Sohn Ernst Gunter (Jg. 1925) in die USA emigrierten, wo sie sich in Atlanta niederließen. Sohn Gunter Ernest wurde 1941 als Soldat registriert. Elbeths Ehemann Erwin wird von Josef Wortsmann in seinen Anträgen zur Einreise in die USA als Cousin bezeichnet.
Alle Bemühungen von Tilly und ihrem Mann, das Land zu verlassen, scheiterten. Weder Ihr Plan, zur Schwester ihres Mannes nach Argentinien, noch mit Hilfe von Verwandten in die USA zu gelangen und schließlich ihre zahlreichen Schreiben nach Ecuador um Einreisevisa im Rahmen eines Gruppenauswanderungsprojekts zu erhalten, hatten Erfolg.
Gemeinsam mit ihrem Mann, mit Gustav und Max Kleemann sowie weiteren Angehörigen der Kleemanns, wurde Tilly Wortsmann am 27. November 1941 nach Riga deportiert und dort am 26. März 1942 zusammen mit etwa 1.700 anderen Gefangenen ermordet.
Biografie erstellt April 2007, überarbeitet September 2016.
   
Quelle Staatsarchiv Würzburg, Gestapoakte 17727, 17728;
Stadtarchiv Würzburg, Adressbücher 1876-1941:
Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, S. 683;
Biografische Datenbank Jüdisches Unterfranken, http://www.historisches-unterfranken.uni-wuerzburg.de/test/web324w/juf/juf.php (16.9.2016);
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/995944 (26.06.2016);
FamilySearch, https://familysearch.org/ark:/61903/3:1:33SQ-G5NZ-S75C?i=69&wc=MFK7-PWL%3A1030082001%3Fcc%3D1923888&cc=1923888, (16.9.2016).
Autorin / Autor Andreas Roser, Ingrid Sontag
Paten Die Maria-Ward-Schule, An die Schulleitung
   
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