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Fanny Frank, geb. Fuchs

   
geboren am 18.01.1890 in Buttenwiesen/Schwaben
Straße  Ruppertsgasse 3
Stadtteil Heidingsfeld
Deportationsdatum25.04.1942
Todesdatumunbekannt
TodesortRaum Lublin
   
am 25.04.1942 nach Krasnystaw deportiert und in einem der Vernichtungslager der Region Lublin ermordet
   
Fanny Franks Eltern waren der Großschlachter Benjamin Fuchs und seine Ehefrau Sara geb. Leiter aus Buttenwiesen. Drei Jahre vor Fanny war ihr älterer Bruder Moritz (1887-1916) auf die Welt gekommen.
1913 heiratete sie den Viehhändlers Meier Frank und wohnte mit ihm in Heidingsfeld in der Ruppertsgasse 3. Im Juli 1914 wurde der Sohn Manfred (Meier) geboren und ein Jahr nach ihm im September 1915 die Tochter Käthe. Eine weitere Tochter kam im November 1921 zur Welt und erhielt den Namen Franziska (Fränzi). Fannys Bruder Moritz war Soldat im 1. Weltkrieg und fiel am 1. November 1916. Er hinterließ seine Frau Pauline und Tochter Katharina. Bei Fanny und ihrer Familie lebte auch Hanna Frank, die unverheiratete Schwester ihres Mannes. Die Familie reagierte relativ rasch auf die Verschlechterung der Lage nach der Machtergreifung der Nazis: Manfred machte 1933/34 eine landwirtschaftliche Ausbildung (Hachscharah) im jüdischen Gut Neuendorf in Brandenburg und emigrierte im Dezember 1934 nach Palästina. Er lebte 1982 in Haifa und hat die Gedenkseiten in Yad Vashem für seine Angehörigen angelegt. Auch die Tochter Käthe konnte sich im September 1937 in den USA in Sicherheit bringen und lebte dann in Los Angeles. Dort heiratete sie später Berthold Berlizheimer und starb im Jahr 2002.

Fannys Mann war gezwungen, sein Gewerbe aufzugeben und die Zurückgebliebenen mussten ihre Wohnung verlassen. 1939 ist das Ehepaar Frank in der Neubaustraße 34 gemeldet, die Tochter Fränzi lebte im Israelitischen Kranken- und Pfündnerhaus in der Dürerstraße 20, wo sie als Hausangestellt arbeitete. Hanna Frank wurde in der Theresienstraße 6 untergebracht.
Zusammen mit ihrem Mann und der jüngsten Tochter Fränzi wurde Fanny von ihrer letzten Unterkunft in der Bibrastraße 17 aus am 25. April 1942 nach Krasnystaw deportiert. Dort verliert sich ihre Spur. Vermutlich sind sie bald darauf in einem der Vernichtungslager im Raum Lublin umgekommen. Sie wurden alle "für tot erklärt".
Fannys Schwägerin Hanna wurde bald nach ihnen im September 1942 nach Theresienstadt gebracht, wo sie im Dezember in Folge der unmenschlichen Lebensbedingungen starb.

Biographie erstellt April 2007, überarbeitet Dezember 2017
   
Quelle Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T. 1, S. 161;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de868111 (19.05.2016);
Yad Vashem – The Central Database of Shoa Victims’ Names, Gedenkblatt, http://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=en&s_lastName=frank&s_firstName=fanny&s_place=&itemId=504936&ind=22&winId=1121701459846670161 (19.05.2016);
Deportation der jüdischen Bevölkerung aus dem Deutschen Reich. Würzburg - Krasniczyn, Abfahrtsdatum: 25.04.1942, http://www.statistik-des-holocaust.de/OT420425-Wuerzburg44.jpg (07.06.2016);
Biografische Datenbank Jüdisches Unterfranken, Informationen zu Fanny Frank und ihre Angehörigen, http://www.historisches-unterfranken.uni-wuerzburg.de/juf/;
(28.12.2017);
Stadtarchiv Würzburg, Adressbücher 1939-1941;
Angaben zu den im Text erwähnten Angehörigen, die Opfer der Shoa wurden, finden sich im Namensverzeichnis des Gedenkbuchs;
The 1939 German "Minority Census" Database, https://www.census.tracingthepast.org (28.12.2017);
Alemannia Judaica Buttenwiesen, http://www.alemannia-judaica.de/buttenwiesen_synagoge.htm (28.12.2017)
Stolperstein-Initiative Göppingen, http://www.stolpersteine-gp.de/hirsch-max-elsa-und-hermann/ (28.12.2017);
Genealogische Informationen bei geni.com, https://www.geni.com/people/K%C3%A4theBerlizheimer/6000000053001870901, https://www.geni.com/people/Moritz-Fuchs/6000000052977227891 (28.12.2017).
Autorin / Autor Hans-Peter Baum, Ingrid Sontag
Paten Herr Dr. Hartmut Wellstein
   
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