zurück

Meier (Markus) Frank

   
geboren am 09.05.1872 in Würzburg-Heidingsfeld
Straße  Ruppertsgasse 3
Stadtteil Heidingsfeld
Deportationsdatum25.04.1942
Todesdatumunbekannt
TodesortRaum Lublin
   
am 25.04.1942 nach Krasnystaw deportiert und in einem der Vernichtungslager der Region Lublin ermordet
   
Meier Frank war Viehhändler in Heidingsfeld wie sein Vater Marum (1819-1905) und sein Bruder Abraham (1866-1939). Die Mutter war Fanny geb. Süßer, die 1890 in Heidingsfeld gestorben war. Außer dem Bruder Abraham hatte er noch zwei ältere Schwestern: Ricka verh. Goldschmidt (1868-1943) und Hanna (1871-1942).

Während Abraham den Betrieb des Vaters weiterführte, gründete Meier ein eigenes Geschäft. 1911 erwarb er das Bürgerrecht in Heidingsfeld. Zwei Jahre später heiratete er Fanny geb. Fuchs (1890-1942), die aus Buttenwiesen stammte.

Die Familie wohnte in der Ruppertsgasse 3 in Heidingsfeld, wo auch seine Kinder Manfred (Meir) (Jg.1914), Käthe (1915-2002) und Franziska (Fränzi) (1921-1942) geboren wurden. Bei ihnen lebte auch Meiers unverheiratete Schwester Hanna. Manfred hatte 1933/34 eine landwirtschaftliche Ausbildung (Hachscharah) im jüdischen Gut Neuendorf in Brandenburg absolviert und emigrierte im Dezember 1934 nach Palästina. Auch die Tochter Käthe, später mit Berthold Berlizheimer verheiratet, konnte sich im September 1937 in den USA in Sicherheit bringen und lebte dann in Los Angeles.
Meier musste sein Gewerbe aufgeben und die Familie wurde auf verschiedene Wohnungen verteilt. 1939 sind Meier und seine Frau in der Neubaustraße 34 gemeldet, die Tochter Fränzi im Israelitischen Kranken- und Pfündnerhaus in der Dürerstraße 20, wo sie als Haushälterin arbeitete und die Schwester Hanna für einige Monate in der Theresienstraße 6.
Zusammen mit Fanny und seiner jüngsten Tochter Fränzi wurden sie von ihrer letzten Unterkunft in der Bibrastraße 17 aus am 25. April 1942 nach Krasnystaw deportiert. Dort verliert sich ihre Spur. Vermutlich wurden sie bald darauf in einem der Vernichtungslager im Raum Lublin ermordet. Gemäß dem Gedenkbuch des Bundesarchivs wurden alle "für tot erklärt".
Meiers Schwester Hanna wurde bald nach ihnen im September 1942 nach Theresienstadt gebracht, wo sie im Dezember in Folge der unmenschlichen Lebensbedingungen starb. Meiers Sohn Manfred hat für seine ermordeten Angehörigen Gedenkseiten in Yad Vashem angelegt. Im gleichen Transport wie Hanna befanden sich auch ihre Schwester Ricka Goldschmidt und deren Ehemann Joseph, die ebenfalls Theresienstadt nicht überlebten.
Die Angehörigen seines Bruders Abraham, der 1939 in Heidingsfeld gestorben war, konnten nach Brasilien oder in die USA emigrieren.

Biographie erstellt April 2007, überarbeitet Dezember 2017
   
Quelle Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T. 1, S. 161;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de868488 (19.05.2016);
Yad Vashem – The Central Database of Shoa Victims’ Names, Gedenkblatt, http://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=en&s_lastName=frank&s_firstName=markus&s_place=&itemId=1507573&ind=2&winId=1121701459846670161 (07.06.2016);
Stadtarchiv Würzburg, Adressbücher 1939-1941;
Deportation der jüdischen Bevölkerung aus dem Deutschen Reich. Würzburg - Krasniczyn, Abfahrtsdatum: 25.04.1942, http://www.statistik-des-holocaust.de/OT420425-Wuerzburg44.jpg (07.06.2016);
Biografische Datenbank Jüdisches Unterfranken, Informationen zu Meier Frank und seine Angehörigen, http://www.historisches-unterfranken.uni-wuerzburg.de/juf/ (28.12.2017);
Angaben zu den im Text erwähnten Angehörigen, die Opfer der Shoa wurden, finden sich im Namensverzeichnis des Gedenkbuchs;
The 1939 German "Minority Census" Database, https://www.census.tracingthepast.org;
• Genealogische Informationen bei geni.com, https://www.geni.com/people/K%C3%A4theBerlizheimer/6000000053001870901
.
Autorin / Autor Hans-Peter Baum, Ingrid Sontag
Paten Frau Eva-Maria Reinmuth
   
zurück