Ida Süßer, geb. Weiermann

   
geboren am 27.03.1860 in Burgkunstadt
Straße  Ludwigstraße 10 1/3
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum23.09.1942
Todesdatum19.03.1943
TodesortTheresienstadt
   
am 23.09.1942 nach Theresienstadt deportiert und dort am 19.03.1943 ermordet
   
Ida Süßer kam 1869 als Tochter des Kaufmanns Simon Weiermann aus Burgkunstadt auf die Welt. Über ihren Lebensweg bis zur Heirat 1881 ist nicht viel bekannt. Ihr Mann war der Kaufmann und Privatier Siegmund Süßer (1856-1934) aus Laudenbach, der 1866 mit seinen Eltern in Würzburg zugezogen war.

Beider Tochter Nelly wurde im September 1882 in Würzburg geboren und heiratete den aus Würzburg stammenden Juristen Wilhelm Masser, der in München als Oberamtsrichter tätig war. Nellys Mann, nach dem November-Pogrom im KZ Dachau inhaftiert, starb im März 1941 an den Folgen der Gestapohaft. Nelly wurde zusammen mit ihrem Schwager und dessen Frau am 20. November 1941 nach Kauen deportiert und dort am 25. November ermordet.

Der Sohn Julius Süsser wurde im Juli 1888 geboren, war nicht verheiratet und wohnte ab 1918 wieder in der elterlichen Wohnung. Vermutlich war es Idas Bruder oder zumindest ein naher Verwandter, der die bedeutende Burgkunstadter Schuhfabrik Josef Weiermann 1888 im Alter von 25 Jahren gegründet hatte. Jedenfalls steht fest, dass Sohn Julius nach seiner Lehre dort längere Zeit arbeitete und mit der Gründung eines Schuhgroßhandels, den er nach der Kriegszeit bis 1930 in Würzburg betrieb in der gleichen Branche tätig war.

Ida Süsser, seit 1934 Witwe, musste im April 1939 ihre Wohnung räumen, lebte dann bis Mai 1941 in der Friedenstraße 26, bevor sie in das Jüdische Altersheim in der Dürerstraße eingewiesen wurde. Zuvor hatte man bei einer Wohnungsdurchsuchung ihre Notreserve von 150.-RM gefunden und beschlagnahmt, die sie laut Vernehmungsprotokoll von ihrem in München lebenden Bruder bzw. der Schwägerin Maria erhalten hatte. Zuletzt zwang man sie noch, einen Heimeinkaufvertrags in Höhe von 10.800.-RM für Theresienstadt abzuschließen.

Mit dem Transport vom 23. September 1942 gelangte sie mit ihrem Sohn dorthin, wo sie bald darauf am 19. März 1943 ermordet wurde. Julius wurde noch nach Auschwitz verschleppt und am 12. Oktober 1944 umgebracht.
   
Quelle Staatsarchiv Würzburg, Gestapoakte 15839;
Stadtarchiv Würzburg, Adressbücher und Grundlisten 1920-1941;
Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T. 2, S. 628 f.;
Autorin / Autor gg, Ingrid Sontag
Paten Der Orden der Franziskanerinnen, Frau Prof.Dr. Mirjam Schambeck
   
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