Anton Kropf

   
geboren am 18.12.1914 in Würzburg
Straße  Zellerstraße 47
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum00.00.1939
Todesdatum09.12.1939
TodesortMauthausen
   
als Soldat am 30.08.1939 verhaftet, deportiert; im November 1939 Flucht aus dem KZ Mauthausen, erneut verhaftet, ermordet am 09.12.1939 in Mauthausen
   
Anton Kropf wurde "bei Kriegsausbruch" am 30. August 1939 in "Schutzhaft" genommen, weil er, so die offizielle Begründung, als Soldat durch fortgesetztes disziplinwidriges und widerspenstiges Verhalten eine Gefahr für die "Manneszucht" und die Disziplin der Truppe darstellte und die Strafmöglichkeiten der Militärbehörden zur Erziehung und Besserung nicht ausreichten.
Wahrscheinlich kam er zunächst ins KZ Dachau, später nach Mauthausen. Im November gelang ihm zusammen mit Franz Brönner aus Versbach die Flucht. Beide wurden jedoch relativ schnell wieder verhaftet und am 9. Dezember 1939 in Mauthausen erhängt.
Am 29. Dezember 1939 forderte die Mutter von Anton Kropf in einem Brief an die Gestapo Regensburg den persönlichen Besitz ihres Sohnes zurück und erlaubte sich bei dieser Gelegenheit auch einige, damals nicht ganz ungefährliche Fragen. Zum einen wollte sie wissen, warum ihr Sohn überhaupt ins KZ gebracht wurde, ob er geistlichen Beistand hatte und warum die Leiche verbrannt wurde. "Soll es wohl kein Überbleibsel für die Zukunft sein?" fügte sie spitz hinzu.
Auf die ersten Fragen gab es kühle geschäftsmäßige Antworten. Die letzte Frage hingegen missfiel der Gestapo. Die Dienststelle in Regensburg forderte die Würzburger Kollegen auf, Frau Kropf wegen dieser "anmaßenden Äußerung" zu verwarnen.
   
Quelle Staatsarchiv Würzburg, Gestapoakte 5181.
Autorin / Autor Dorothee Klinksiek
Paten Das Deutschhaus-Gymnasium SMV, Herr Maximilian Wich
   
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