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Horst Löwenstein

   
geboren am 05.07.1930 in Würzburg
Straße  Juliuspromenade 17 1/2
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum04.09.1942
Todesdatumunbekannt
TodesortAuschwitz
   
am 04.09.1942 von Drancy nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.
   
Horst Löwenstein wurde 1930 in Würzburg geboren. Seine Eltern waren Theo (David) Löwenstein (Jg.1906), ein Eisenreisender aus Friedberg/Hessen und Sofie Löwenstein, geb. Schindler (Jg.1906). Nachdem seine Eltern sich hatten scheiden lassen, lebte er mit der Mutter im Haushalt seiner Großmutter Jeanette Schindler geb. Lewinsohn (1880-1939) unter der Adresse Juliuspromenade 17 ½.

Horst besuchte die Volks- und Berufsschule in Würzburg. Seine Mutter hatte im Juni 1939 für sich und ihren Sohn Pässe beantragt, die Entscheidung aber nicht mehr abgewartet und war im Juli 1939 illegal nach Brüssel geflohen. Horsts Großmutter, die Witwe Jeanette Schindler ist jedenfalls kurz nach der Abreise von Sofie Löwenstein nach Brüssel im August 1939 verstorben. Der damals knapp 9-jährige Horst war zusammen mit Heinrich (Henrik) Schindler (Jg.1917), der bei den Großeltern als Pflegesohn gelebt hatte, zwischen 26. April und 1. Juli 1939 in der Wolfhartsgasse 11 gemeldet bei Hermann Strauss (Jg. 1908), einem Bruder seines Onkels Manfred Strauss (Jg. 1901), dem Ehemann der Schwester seiner Mutter, Erna Schindler. Bei beiden Jungen ist mit Datum 1.7.1939 ein Umzug nach Brüssel vermerkt.
Ob Horst wirklich schon mit seiner Mutter emigrierte oder mit Heinrich später nach Belgien ausreiste, ist nicht mehr zu klären. Durch Recherchen französischer Gruppen wissen wir, dass Horst Löwenstein nach seiner Internierung in Noe und Drancy am 4. September 1942 nach Auschwitz deportiert wurde. Horsts Mutter wurde von Belgien bzw. Frankreich aus deportiert und Opfer der Shoa. Das gleiche Schicksal erlitt auch sein Onkel Alfred Schindler (Jg. 1908), der im März 1943 von Drancy nach Majdanek verschleppt wurde. Über Heinrich Schindlers Schicksal ist nichts bekannt. Horsts Vater konnte nach Brasilien emigrieren.

Biografie erstellt Juni 2007, überarbeitet März 2017.
   
Quelle Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T. 1, S. 356;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/919815 (02.06.2016);
Angaben zu den im Text erwähnten Angehörigen, die Opfer der Shoa wurden, finden sich im Namensverzeichnis des Gedenkbuchs;
Biografische Datenbank Jüdisches Unterfranken, Informationen zu Horst Löwenstein und seinen Angehörigen, http://www.historisches-unterfranken.uni-wuerzburg.de/juf/;
Stadtarchiv Würzburg, Adressbücher 1902-1942, Grundlisten Juliuspromenade 17 ½ und Wolfhartsgasse 11, Einwohnermeldekarten für Paul (Pinkas) Schindler;
Memorial de la Shoa, http://bdi.memorialdelashoah.org/internet/jsp/victim/MmsVictimMediaVisio.jsp?PEGA_HREF_496389166_0_0_showNormal=showNormal (17.11.2016); Volkszählung Mai 1939 https://www.tracingthepast.org/index.php/en/minority-census/census-database.
Autorin / Autor NN, Ingrid Sontag
Paten Frau Andrea Czische
   
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