Alfred Schindler

   
geboren am 20.02.1908 in Würzburg
Straße  Juliuspromenade 17 1/2
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum06.03.1943
Todesdatumunbekannt
TodesortMajdanek
   
deportiert am 06.03.1943 von Drancy nach Majdanek und dort ermordet
   
Alfred Schindler wurde in Würzburg geboren. Nach dem Besuch der Würzburger Oberrealschule arbeitete er als Handlungsgehilfe, später war er Vertreter für eine Weinhandlung in Kitzingen. Um der Abschiebung durch die Gestapo zu entgehen, zog Alfred Schindler 1936 von Würzburg nach Hamburg (?), vielleicht auch nach Berlin (?). Von dort emigrierte er vermutlich nach Holland. Die letzten sicheren Nachrichten belegen, dass er von Drancy nach Majdanek deportiert wurde.

Erläuterung: auch während der Nazi-Diktatur konnten deutsche Staatsbürger nicht einfach abgeschoben werden. Man musste ihnen vorher die Staatsbürgerschaft entziehen, aberkennen oder feststellen, dass der Betroffene nie deutscher Staatsbürger war. Der Vater von Alfred Schindler kam ursprünglich aus Galizien und ließ sich 1901 in Würzburg nieder. Möglicherweise hat er es versäumt, sich einbürgern zu lassen. Es kam aber auch nicht selten vor, dass die Einbürgerung nachträglich rückgängig gemacht wurde.
   
Quelle Staatsarchiv Würzburg, Gestapoakte 12366;
Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, S. 356, 510 f.;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/965142 (22.06.2016).
Autorin / Autor Dorothee Klinksiek
Paten Herr Dr. Hannswilm Simmenroth
   
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