Ernst Salomon Seligsberger

   
geboren am 01.09.1919 in Würzburg
Straße  Johanniterplatz 2
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum15.07.1942
Todesdatumunbekannt
TodesortAuschwitz
   
deportiert am 15.07.1942 von Kamp Westerbork nach Auschwitz; das Datum der Ermordung in Auschwitz ist nicht bekannt
   
Ernst Salomon Seligsberger besuchte die Oberrealschule in Würzburg und ging 1935 zur weiteren Ausbildung in die Schweiz. Dort lernte er bis 1936 in Neuchâtel an der Handelsschule und machte im Bereich Fremdsprachen seinen Abschluss. Im Juli 1936 zog er nach Lausanne und unterrichtete dort an einer privaten Sportschule Turnen und Schwimmen. Im Dezember 1938 emigrierte er nach Holland zu Verwandten und machte in Haarlem eine Ausbildung zum Sportlehrer und Physiotherapeuten. Im Juli 1940 machte er sein Examen zum Sportlehrer in Den Haag und arbeitete im Anschluss 1 1/2 Jahre im St. Elisabeth Krankenhaus in Haarlem, wo er eine Ausbildung zum Masseur anschloss.

Sein geistig behinderter, ein Jahr jüngerer Bruder Leo war bereits seit 1926 in dem renommierten Heilpädagogischen Institut Wien-Grinzing in Pflege. Die Eltern Sigmund und Sarah Seligsberger kamen nach der "Arisierung" ihres renommierten Würzburger Möbel- und Antiquitätenhauses über Umwege im Jahr 1939 ebenfalls nach Holland, wo sie für einige Zeit zusammen mit ihrem Sohn Ernst bei Verwandten lebten.

Die Familie Seligsberger überlebte den Holocaust nicht. Ernst Seligsberger wurde am 15. Juli 1942 vom Lager Westerbork nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Die Eltern Sigmund und Sarah Seligsberger wurden ebenfalls erst in Westerbork interniert und dann von dort aus nach Sobibor deportiert, wo beide am 21. Mai 1943 umgebracht wurden. Leo Seligsberger kam im Juli 1940 aus dem Heilpädagogischen Institut Wien-Grinzing in die Pflegeanstalt Schönbrunn bei Dachau und starb dort an massiver Vernachlässigung am 18.10.1941.
   
Quelle Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, S. 549 f.;
Info Lager Westerbork;
Leo Baeck Institute New York, Curt Silberman collection, AR 125124, http://www.lbi.org (23.06.2016);
Archiv des Erzbistums München und Freising: Pfleglingsakte, Archiv Schönbrunn 5.6.2.2.44_1941, Leo Seligsberger;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/960266 (23.06.2016);
Joodsmonument, Datenbank der Opfer der Shoa aus den Niederlanden, https://www.joodsmonument.nl/en/page/34059/ernst-salomon-seligsberger (23.06.2016).
Autorin / Autor Dorothee Klinksiek; aktualisiert Nina Gaiser
Paten Herr Werner Kleeman
   
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