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Jeanette Bravmann

   
geboren am 17.06.1889 in Unteraltertheim
Straße  Glockengasse 8
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum27.11.1941
Todesdatumunbekannt
Todesortbei Riga
   
am 27.11.1941 nach Riga-Jungfernhof deportiert und dort oder in der Nähe vermutlich bald darauf ermordet

Die Häuser Glockengasse 1-8 gibt es nicht mehr. Alle Steine für die Opfer aus diesen Häusern werden hier an einer gemeinsamen Stelle verlegt.
   
Jeanette Bravmann kam in Unteraltertheim auf die Welt, wo es zahlreiche „Bravmanns“ gibt. Ihre Eltern sind der Viehhändler Leopold Löb Bravmann (1853-1889) und Hannchen Bravmann (1853-1941). Sie hatte vier ältere Geschwister: Lina/Karoline (Jg. 1879), Samuel (1883-1970), Abraham (Jg. 1882) und Eva (1886-1937). Ihr Vater starb bereits kurz nach ihrer Geburt.
Jeanette arbeitete als Haushaltshilfe. Nach einem Aufenthalt in München wohnte sie ab den 1920er Jahren bei ihrer Schwester Eva, die mit dem Metzger Karl Wassermann verheiratet war. Auch ihre Mutter lebte seit Ende 1920 in dem Haus in der Glockengasse 8, das Eigentum ihres Schwagers war. Nachdem ihre Schwester 1937 gestorben war, führte sie den gemeinsamen Haushalt. Sie blieb unverheiratet. Im Jahr 1941 starb ihre Mutter.
Am 27. November 1941 wurde sie zusammen mit dem Schwager und seinen beiden Kindern Lisa und Erich nach Riga deportiert und dort oder in der Nähe vermutlich bald darauf ermordet.
Ihr Bruder Samuel Bravmann konnte sich und seine Familie durch Emigration rechtzeitig in Sicherheit bringen. Dagegen wurde auch ihre Schwester Lina, die nach dem Tod ihres Mannes Abraham Bravmann von Fischach nach München verzogen war, Opfer der Shoa. Ihre Spur verliert sich im Getto Piaski in Polen. Das Schicksal des Bruders Abraham bleibt im Dunkeln.
Biographie erstellt Juni 2007, überarbeitet September 2017
   
Quelle Staatsarchiv Würzburg, Gestapoakte 16493;
Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T. 1, S. 106;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de847838, (17.05.2016);
Yad Vashem – The Central Database of Shoa Victims’ Names, Gedenkblatt, http://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=en&s_lastName=bravmann&s_firstName=jeanette&s_place=&itemId=1846877&ind=2&winId=-421745801825558586 (17.05.2016);
Deportation der jüdischen Bevölkerung aus der Bezirksstelle Bayern. Nürnberg - Würzburg nach Riga, Abfahrtsdatum: 29.11.1941, http://www.statistik-des-holocaust.de/OT411129-Wuerzburg6.jpg (10.06.2016);
Biografische Datenbank Jüdisches Unterfranken, Informationen zu Jeanette Bravmann und ihren Angehörigen, http://www.historisches-unterfranken.uni-wuerzburg.de/juf/;
Angaben zu den im Text erwähnten Angehörigen, die Opfer der Shoa wurden, finden sich im Namensverzeichnis des Gedenkbuchs;
Stadtarchiv Würzburg, Grundliste Glockengasse 8;
Auskunft von Bettina Heimbeck, Verwaltungsgemeinschaft Kist zu den Geburtsdaten der Geschwister, (30.8.2017);
Autorin / Autor gg, Ingrid Sontag
Paten Frau Heike Fischer
   
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