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Simon Eisenheimer

   
geboren am 01.04.1859 in Wiesenbronn/Ufr.
Straße  Glockengasse 6
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum23.09.1942
Todesdatum04.12.1942
TodesortTheresienstadt
   
am 23.09.1942 nach Theresienstadt deportiert und dort am 04.12.1942 ermordet
Die Häuser Glockengasse 1-8 gibt es nicht mehr. Alle Steine für die Opfer aus diesen Häusern werden hier an einer gemeinsamen Stelle verlegt.
   
Simon Eisenheimer war der älteste Sohn des Schnittwarenhändlers und Kaufmanns Hirsch Eisenheimer (1821-1900) aus Wiesenbronn. Die Mutter Sofie (1829-1900) entstammte der Familie des Metzgers Wolf Fuchs aus Fuchsstadt. Nach Simon wurden mindestens 4 Schwestern und ein Bruder geboren: Gela 1860, Gütel (Getta) 1862, Lina (Gidel, Karoline) 1865, Jeanette 1866 und als Jüngster Abraham 1873.
Simon war seit 1885 in Würzburg als Händler für Galanterie- und Spielwaren ansässig und später auch als Gastwirt, bevor er sich um 1920 zur Ruhe setzte. Er hatte etwa zur Zeit seines Zuzugs die Witwe Rachel (Regina) Weissbart, geb. Grünbaum geheiratet, die vier Stiefkinder zu versorgen hatte und wurde dann Besitzer des Anwesens Glockengasse 6. Das Ehepaar hatte drei gemeinsame Kinder, die das Erwachsenenalter erreichten. Der älteste Sohn Adolf (Alfred) (1887-1943) studierte nach dem Besuch des Gymnasiums in Würzburg, erwarb 1912 den Doktortitel in Medizin, verzog nach Köln und war später als Arzt in Mannheim tätig, wo er mit Selma geb. Nussbaum (1887-1961) eine Familie gründete.. Er konnte mit Frau und zwei Töchtern 1938 in die USA emigrieren, starb aber schon wenige Jahre danach. Der Sohn Siegmund (Jg.1888) war als Kaufmann tätig, mit Irma geb. Strauss (Jg.1895) verheiratet und starb noch vor 1940. Die Tochter Selma (1892-1978) heiratete Eduard Hirsch aus Lambsheim in der Pfalz, wo sie auch mit ihm lebte. Das Ehepaar floh in die Niederlande. Während Selmas Mann in Bergen-Belsen ums Leben kam, wurde sie selbst nicht deportiert und emigrierte 1946 in die USA. Wie sie überleben konnte, ist nicht bekannt.
Simon Eisenheimer und seine Frau wurden gezwungen, ihr Haus im Februar 1941 zu verlassen und in den Heimen Bibrastraße 6 und dann in der Dürerstraße 20 zu wohnen. Von dort wurden sie am 23. September 1942 nach Theresienstadt deportiert. Die unmenschlichen Lebensbedingungen dort ließen sie nicht lange überleben. Bereits am 4. Dezember desselben Jahres waren beide tot.
Während Simon Eisenheimers älteste Schwester Gela bereits 1929 gestorben war, wurden Getta im Oktober 1942 und Lina im August 1943 in Theresienstadt ermordet. Die beiden jüngeren Geschwister konnten vermutlich rechtzeitig emigrieren.

Biographie erstellt Juni 2007, überarbeitet September 2017
   
Quelle Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T. 1, S. 129-130;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de856877 (19.05.2016);
Datenbank der Holocaust Opfer aus den böhmischen Ländern und von Häftlingen im Theresienstädter Ghetto aus Europa, http://www.holocaust.cz/de/opferdatenbank/opfer/9498-simon-eisenheimer/ (19.05.2016);
Biografische Datenbank Jüdisches Unterfranken, Informationen zu Simon Eisenheimer und seine Angehörigen, http://www.historisches-unterfranken.uni-wuerzburg.de/juf/;
(3.8.2017);
Angaben zu den im Text erwähnten Angehörigen, die Opfer der Shoa wurden, finden sich im Namensverzeichnis des Gedenkbuchs;
Staatsarchiv Würzburg, Jüdisches Standesregister Wiesenbronn, Bd. 154;
Stadtarchiv Würzburg, Adressbücher 1885-1941, Einwohnermeldebogen Simon Eisenheimer, Grundliste Glockengasse 6;
Suche nach den Angehörigen von Simon Eisenheimer bei Familysearch, https://familysearch.org (3.8.2017 und 13.9.2017);
http://www.locateancestors.com/hirsch-born-in-1892/;
https://katalog.bibliothek.uni-wuerzburg.de/.
Autorin / Autor gg, Ingrid Sontag
Paten Herr Wolfgang Sans
   
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