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Else Braunschweiger, geb. Kürzinger

   
geboren am 28.07.1889 in Würzburg
Straße  Konradstraße 11
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum23.09.1942
Todesdatum00.10.1944
TodesortAuschwitz
   
am 23.09.1942 nach Theresienstadt deportiert, von dort im Oktober 1944 nach Auschwitz und dort ermordet
   
Else Braunschweiger war das älteste Kind von Bernhard Kürzinger (1858-1928) aus Markbreit und Therese geb. Seller (1867-1937) aus Altenmuhr/Mfr. Die Schwester ihrer Mutter Helene hatte den Bruder ihres Vaters Julius geheiratet. Vater und Onkel betrieben zusammen eine Weinhandlung in Würzburg. Nach Else kamen noch die Brüder Eugen (1891-1955) und Josef (1895-1922) zur Welt.
Im März 1910 heiratete sie Alfred Braunschweiger (1878-1933). Mit ihm wohnte sie ab 1915 in der Konradstraße 11. Im August 1911 wurde die Tochter Lise Dorothea geboren. Als ihr Mann im 1. Weltkrieg als Soldat kämpfte, zog Else nach München, möglicherweise zu Verwandten mütterlicherseits. Im August 1920 kam dann der Sohn Peter Hans zur Welt. Ihr Mann Alfred verstarb bereits 1933.
Else Braunschweiger zog dann in die Annastraße 26, wo sie auch schon mit ihrer Mutter nach dem Tod des Vaters gelebt hatte. Sie arbeitete in den folgenden Jahren zeitweise als Versicherungsvertreterin.
Dorothea hatte vor ihrer Heirat mit Gustav Stern (Jg.1911) aus Mellrichstadt als Buchhalterin bei der Firma Isaak Reis gearbeitet und wohnte dann mit ihrem Mann noch ein Jahr in Berlin Charlottenburg. Nach der Emigration ihres Mannes nach Palästina wohnte sie noch einige Monate bei der Mutter, bevor sie ihm nach Ramat Gat folgen konnte. Ihr Bruder war nach Schule und Berufsausbildung bei der gleichen Firma wie seine Schwester als Angestellter tätig. Auch er konnte rechtzeitig nach Palästina emigrieren.
Peter inspirierte den ihm gewidmeten Roman "Forest of the Night" über die Judenverfolgung - auch in Würzburg.
Von der Annastraße musste Else Braunschweiger noch in die Bertoldstraße 4 umziehen. Von der Sammelunterkunft Konradstraße 3 wurde die 53-Jährige am 23. September 1942 nach Theresienstadt deportiert. Im Oktober 1944 wurde sie weiter nach Auschwitz verschleppt, wo sie kurze Zeit später ermordet wurde.

Biographie erstellt Juni 2007, überarbeitet Juni 2018
   
Quelle Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T. 1, S. 104;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de847608, (17.05.2016);
Datenbank der Holocaust Opfer aus den böhmischen Ländern und von Häftlingen im Theresienstädter Ghetto aus Europa, http://www.holocaust.cz/de/opferdatenbank/opfer/7168-else-braunschweiger/ (17.05.2016);
Deportation der jüdischen Bevölkerung aus dem Deutschen Reich. Würzburg - Theresienstadt, Abfahrtsdatum: 23.09.1942, http://www.statistik-des-holocaust.de/II26-4.jpg (02.06.2016);
Stadtarchiv Würzburg, Adressbücher 1910-1940, Einwohnermeldebogen Alfred Braunschweiger;
Staatsarchiv Würzburg, Gestapoakten 15278, 10232;
Biografische Datenbank Jüdisches Unterfranken, Informationen zu Else Braunschweiger und ihren Angehörigen, http://www.historisches-unterfranken.uni-wuerzburg.de/juf/ (1.6.2018);
Stadtarchiv München, Biographisches Gedenkbuch der Münchner Juden 1933-1945, http://www.muenchen.de/rathaus/gedenkbuch/gedenkbuch.html.
Autorin / Autor Andreas Roser, Ingrid Sontag
Paten Herr Ferdinand Kinstle
   
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