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Peter Handburger

   
geboren am 23.05.1937 in Würzburg
Straße  Weingartenstraße 4
Stadtteil Sanderau
Deportationsdatum27.11.1941
Todesdatumunbekannt
TodesortIn oder bei Riga
   
am 27.11.1941 nach Riga deportiert und dort oder in der Nähe bald darauf ermordet
   
Peter Handburger durfte keine fünf Jahre alt werden. Er war 1937 auf die Welt gekommen und erlebte, wie seine Mutter Ende 1938 um die Freilassung des Vaters aus der Haft in Buchenwald kämpfte, den Umzug aus dem Haus der Familie in der Weingartenstraße in die beengten Verhältnisse eines „Judenhauses“ in der Hindenburgstraße im November 1939, die Zwangsarbeit des Vaters. Es ist kaum vorstellbar, dass er Drangsalierung und Ausgrenzung, Angst und Not nicht zu spüren bekam.
Seine Großmutter Fanny Wachenheimer (1874-1943) musste noch miterleben, wie Peter zusammen mit seinen Eltern Karl (Jg. 1898) und Käthe (Jg. 1909) nach Riga-Jungfernhof deportiert wurde.
Zusammen mit den noch nicht oder nicht mehr arbeitsfähigen Menschen am Jungfernhof dürfte Peter spätestens in der Dünamünder Aktion am 26. März 1942 zusammen mit seiner Mutter bei den Massenerschießungen im Wald von Bikiernieki ums Leben gekommen sein. Auch sein Vater hat nicht überlebt.
Ein knappes Jahr später wurde seine Großmutter nach Theresienstadt deportiert, wo sie im April 1943 ermordet wurde. Auch sein Großvater Isidor Handburger, der noch eine Weile bei ihnen gewohnt hatte und mit ihm häufiger Spaziergänge unternommen hatte, erlitt das gleiche Schicksal und starb im Dezember 1942 in Theresienstadt.

Biographie erstellt Juni 2007, überarbeitet September 2017
   
Quelle Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T. 1, S. 238;
Staatsarchiv Würzburg, Gestapoakte 367, 365;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/831449, (27.05.2016);
Deportation der jüdischen Bevölkerung aus der Bezirksstelle Bayern. Nürnberg - Würzburg nach Riga, Abfahrtsdatum: 29.11.1941, http://www.statistik-des-holocaust.de/OT411129-Wuerzburg3.jpg (10.06.2016);
Biografische Datenbank Jüdisches Unterfranken, Informationen zu Peter Handburger und seine Angehörigen, http://www.historisches-unterfranken.uni-wuerzburg.de/juf/;
Angaben zu den im Text erwähnten Angehörigen, die Opfer der Shoa wurden, finden sich im Namensverzeichnis des Gedenkbuchs;
Autorin / Autor Andreas Roser, Ingrid Sontag
Paten Das Evangelische Jugendwerk, Claudia Dippold
   
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