Gertrud (Trudi) Schwab

   
geboren am 24.12.1925 in Würzburg
Straße  Neubergstraße 44
Stadtteil Sanderau
Deportationsdatum27.11.1941
Todesdatumunbekannt
Todesortbei Riga
   
am 27.11.1941 nach Riga-Jungfernhof deportiert und vermutlich im Winter 1941/42 dort oder in der Nähe ermordet
   
Gertrud Schwab wurde als zweite Tochter des Architekten Siegfried Schwab (1885-1941) aus Fürth und seiner Ehefrau Julie geb. Fleischmann (1896-1941) in Würzburg geboren. Die Eltern ihrer Mutter stammten aus Bibergau und waren 1892 von Schonungen nach Würzburg zugezogen. Gertrud besuchte in Würzburg seit 1932 die jüdische Volks- und Berufsschule und nahm dort seit 1936 englischen Sprachunterricht, der für die Auswanderung nach Amerika von Nutzen sein sollte. Zu diesem Zweck erstellte ihr Vater 1939 einen Lebenslauf für sie, in dem er sie liebevoll und genau charakterisiert: „Sie ist ein kräftiges und lebhaftes Kind, zeigt besondere Neigung für Turnen und Sport und hat auch schon Sportpreise davongetragen. Außerdem ist sie sehr anstellig bei allen häuslichen Arbeiten und hat große Liebe zu kleinen Kindern. Sie selbst hätte große Lust, Sportlehrerin oder Kindergärtnerin werden.“

Am 27. November 1941 wurde Gertrud Schwab zusammen mit ihren Eltern und ihrer Schwester Susanne (1922-1941) von der ersten Deportation aus Würzburg erfasst, die nach Riga-Jungfernhof führte. Dort wurde sie zusammen mit ihrer Familie entweder gleich nach der Ankunft oder wenig später ermordet. Sie hat ihr 16. Lebensjahr am 24. Dezember vermutlich nicht mehr erleben können.
   
Quelle Staatsarchiv Würzburg, Gestapoakte 13863;
Stadtarchiv Würzburg, Adressbücher 1939-1941;
Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg, 1989, T. 2, S. 530 f.;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/969931 (22.06.2016);
Deportation der jüdischen Bevölkerung aus der Bezirksstelle Bayern. Nürnberg - Würzburg nach Riga, Abfahrtsdatum: 29.11.1941, http://www.statistik-des-holocaust.de/OT411129-Wuerzburg5.jpg (10.06.2016).
Autorin / Autor Hans-Peter Baum, Ingrid Sontag
Paten Die Josef-Greising-Schule, Frau Helena Beuchert
   
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