Aron Mandelbaum

    
geboren am 14.04.1868 in Prichsenstadt/Ufr.
Straße  Weingartenstraße 6
Stadtteil Sanderau
Deportationsdatum23.09.1942
Todesdatum18.01.1943
TodesortTheresienstadt
   
deportiert am 23.09.1942 nach Theresienstadt und dort am 18.01.1943 ermordet
   
Aron Mandelbaum wurde zwar in Prichsenstadt geboren, seine Eltern scheinen aber nach seiner Geburt umgezogen zu sein, denn in der Schülerliste der Israelitischen Lehrer-Bildungsanstalt (ILBA) in Würzburg wird als seine Heimat der Ort Platz angegeben. In der 1864 durch den berühmten Rabbiner Seligmann Bär Bamberger gegründeten ILBA hatte Aron M. seine Lehrerausbildung an einem bei den deutschen Juden sehr angesehenen Bildungsinstitut absolviert. Noch im Jahr seines Examens 1886 trat er als Lehrer in die Israelitische Unterrichts- und Erziehungsanstalt (später: Israelitische Volksschule) Würzburg ein, die sich unmittelbar hinter der Synagoge in der Domerschulstraße befand.
Im Laufe der Jahre stieg er zum Haupt- und Oberlehrer, schließlich zum Direktor dieser Schule auf. Er war dort bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1933 tätig; nebenher unterrichtete er als geprüfter Fachlehrer das Fach Stenographie an anderen Würzburger Schulen.
Er engagierte sich auch in seiner Freizeit für die Belange der jüdischen Lehrerschaft als langjähriges Vorstandsmitglied, Schriftführer und Vorsitzender des Israelitischen Lehrervereins für das Königreich Bayern (später: Jüdischer Lehrerverein für Bayern), bei dem er schließlich zum Ehrenmitglied ernannt wurde. Er war darüber hinaus im Vorstand des Israelitischen Wanderunterstützungsvereins Würzburg tätig und weiter von etwa 1890 bis 1930 Schriftführer der Israelitischen Kranken- und Pfründnerhausstiftung in Würzburg.
1916 erlangte er das Bürgerrecht in Würzburg. 1940 wurde er mit seiner Ehefrau aus ihrer Wohnung in der Weingartenstraße aus- und in das Jüdische Altersheim in der Konradstraße 3 eingewiesen. Von dort wurden beide am 23. September 1942 nach Theresienstadt deportiert. Am 18. Januae 1943 starb Aron Mandelbaum dort im Haus Nr. 11206, in dem ausschließlich Würzburger untergebracht waren. Die dort herrschenden erschreckenden Lebensverhältnissen hat Max Ansbacher, ein Überlebender, in seiner Aussage im Eichmann- Prozess 1961 eindringlich geschildert.
   
Quelle Staatsarchiv Würzburg, Gestapoakte 6859, 6866;
Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, S. 367 f.;
Roland Flade, Die Würzburger Juden, S. 356;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/923933 (21.06.2016);
Datenbank der Holocaust Opfer aus den böhmischen Ländern und von Häftlingen im Theresienstädter Ghetto aus Europa, http://www.holocaust.cz/de/opferdatenbank/opfer/23452-aron-mandelbaum/ (21.06.2016);
Yad Vashem – The Central Database of Shoa Victims’ Names, Gedenkblätter, http://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=en&itemId=1780701&ind=1 und http://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=en&itemId=744199&ind=3 (21.06.2016);
Deportation der jüdischen Bevölkerung aus dem Deutschen Reich. Würzburg - Theresienstadt, Abfahrtsdatum: 23.09.1942, http://www.statistik-des-holocaust.de/II26-15.jpg (10.06.2016).

Foto: Yad Vashem, Gedenkblatt.
Autorin / Autor Hans-Peter Baum
Paten Das Berufl. Schulzentrum Wirtschaft und Datenverarbeitung, Herr Bernd Schuller
   
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