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Lucie Weinert, geb. Maaß

   
geboren am 02.09.1896 in Berlin
Straße  Ernst-Reuter-Straße 10
Stadtteil Grombühl
Deportationsdatum25.04.1942
Todesdatumunbekannt
Todesortunbekannt
   
am 25.04.1942 nach Krasniczyn deportiert und im Raum Lublin ermordet
   
Lucie Weinerts Eltern waren Siegmund Maass (Maaß) aus Belgard (1865-1908) und Marianne Maass geb. Epstein (Eppstein) (1862-1941) aus Gernrode. Sie kam in Berlin zur Welt, wo ihr Vater als Kaufmann tätig war. Später zogen ihre Eltern nach Chemnitz. Dort starb ihr Vater 1908.
Im März 1915 heiratete sie in Rudolstadt den Ingenieur Artur Paul Weinert (Jg. 1896) und lebte dort einige Jahre mit ihm. 1919 zog das Ehepaar mit Lucies verwitweter Mutter nach Würzburg. Hier lebten sie zunächst in der Wohlfahrtsgasse 8. Lucie und ihr Mann hatten keine Kinder. Im Jahr 1928 konvertierte Lucie zum protestantischen Glauben.

Bereits 1927 war sie getrennt von ihrem Ehemann in der Neumannstraße 1 gemeldet (später in Ernst-Reuter-Straße umbenannt), wo sie bis kurz vor ihrer Deportation ihren Wohnsitz hatte. Sie arbeitete in dieser Zeit bei einem befreundeten Radiohändler. Im August 1937 wurde sie von der Gestapo vorgeladen und verhört. Ihr wurde "Rassenschande" vorgeworfen und eine Abstammungsprüfung veranlasst, deren Ergebnis im September 1939 war, dass Lucie Weinert als "Volljüdin" eingestuft wurde. Die Zugehörigkeit zur evangelischen Kirche war dabei nicht relevant.

Den Anweisungen der Gestapo kam Lucie Weinert nicht nach und bediente auch weiterhin "arische" Kunden des Radiohändlers. Deshalb kam sie im Januar 1941 für zwei Wochen in Haft und durfte ihren Beruf nicht mehr ausüben. Im gleichen Jahr starb auch ihre Mutter, die zuletzt im Jüdischen Altersheim in der Dürerstraße 20 gelebt hatte.

Am 25. April 1942 wurde Lucie Weinert in den Raum Lublin (Izbica) deportiert, wo über ihr Schicksal nichts bekannt ist.

Biographie erstellt November 2008, überarbeitet August 2017
   
Quelle Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, S. 661;
Stadtarchiv Würzburg, Einwohnermeldebogen Artur Paul Weinert, Grundlisten Wohlfahrtsgasse 8 und Neumannstraße 10;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/988439 (26.06.2016);
Deportation der jüdischen Bevölkerung aus dem Deutschen Reich. Nürnberg - Würzburg nach Krasniczyn, Abfahrtsdatum: 25.04.1942, http://www.statistik-des-holocaust.de/OT420425-Wuerzburg47.jpg (22.06.2016);
Biografische Datenbank Jüdisches Unterfranken, Informationen zu Lucie Weinert und ihren Angehörigen, http://www.historisches-unterfranken.uni-wuerzburg.de/juf/;
(3.8.2017);
Epigraphische Datenbank, http://www.steinheim-institut.de/cgi-bin/epidat?function=Ins&sel=che&inv=0607 (3.8.2017).
Autorin / Autor NN, Ingrid Sontag
Paten Die Ev.-Luth. Kirchengemeinde St.Thomas, Herr Pfarrer Gerhard Roth
   
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