Hans Mattes

   
geboren am 12.04.1913 in Würzburg
Straße  Ernst-Reuter-Straße 4
Stadtteil Grombühl
Todesdatum05.04.1944
TodesortKZ Natzweiler
   
das Datum der letzten Deportation ist nicht bekannt, ermordet am 05.04.1944 im KZ Natzweiler
   
Hans Mattes war zwar geistig behindert, konnte aber als Gehilfe bei einem Tapezierer in Würzburg arbeiten.
1935 wurde der 22-jährige wegen Unzucht mit Männern verhaftet. Offenbar war ihm nicht bewusst, dass sexueller Verkehr mit erwachsenen Männern strafbar war. In den Verhören beteuerte er auch immer wieder, nie Verkehr mit Jugendlichen gehabt und nie gewerbsmäßig "Liebesdienste" angeboten zu haben. Im Übrigen bemühte er sich um Kooperation mit den verhörenden Beamten.
Auf Grund seiner Angaben kam es zu einer Vielzahl weiterer Verhaftungen unter Würzburger Homosexuellen. Doch seine Kooperation nutzte ihm nichts.
Am 17. Mai 1935 wurde er ins KZ Dachau eingeliefert, wo er acht Monate auf seinen Prozess warten musste. Schließlich wurde er zu zwei Jahren und sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Trotz guter Führung empfahl der Gefängnisdirektor, ihn wegen seines "Schwachsinns" nach der Haft wieder ins KZ zu stecken. Dazu kam es jedoch zunächst nicht. Statt dessen wurde er nach seiner Haftzeit direkt am Gefängnistor von Feldjägern zum Militärdienst abgeholt.
Über seinen weiteren Lebensweg ist uns nichts bekannt. Wir wissen auch nicht, aus welchem Grund er später wieder ins KZ kam. Auf jeden Fall kam er am 5. April 1944 im KZ Natzweiler ums Leben.
   
Quelle Staatsarchiv Würzburg, Gestapoakte 7081.
Autorin / Autor Andreas Roser
Paten Herr Dr. Jochen Hofmann-Hoeppel
   
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