Margot Peisak, geb. Kastanienbaum

   
geboren am 07.04.1918 in Würzburg
Straße  Schweinfurter Straße 20
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum01.12.1941
Todesdatumunbekannt
Todesortin/bei Riga-Jungfernhof
   
am 01.12.1941 ab Stuttgart nach Riga-Jungfernhof deportiert und dort oder in der Nähe vermutlich bald darauf ermordet
   
Margot Peisak entstammte einer wohlhabenden Familie. Ihr Vater, Josef Kastanienbaum (Jg.1880-1941/42), war Besitzer einer Altwaren-, besonders Alteisengroßhandlung, die über einen eigenen Eisenbahn-Gleisanschluss in der Schweinfurter Straße verfügte; dort wohnte die Familie auch. Ihre Mutter Bella Kastanienbaum geb. Wormser (1885-1941/42) war gebürtig aus Oberlauringen. Margots ältere Schwester Senta war ein Jahr nach der Heirat der Eltern 1911 auf die Welt gekommen.
Nach dem Besuch der angesehenen Sophienschule erhielt Margot eine Ausbildung als Musiklehrerin und studierte Violine, Bratsche und Klavier am Würzburger Staatskonservatorium (heute Musikhochschule). Sie war Mitglied im Jüdischen Kulturbund und aktives Mitglied im Jüdischen Turn- und Sportverein.
Nach 1938 betrieb sie ihre Emigration, da sie laut ihrer Gestapoakte einen Auslandspass beantragt hatte. Woran das Vorhaben scheiterte, ist nicht bekannt. Margot Kastanienbaum lebte bei ihren Eltern und als die Familie ihr Anwesen 1939 räumen musste, wohnte die Familie zunächst in der Ludendorffstraße 10 und dann in der Bibrastraße 17.
1941 heiratete sie den aus Beuthen/Oberschlesien (Jg.1914) stammenden Dekorateur Eugen Peisak und zog zu ihm nach Stuttgart. Vermutlich hatte sie ihn in Würzburg kennengelernt. Es ist belegt, dass er mindestens für einige Monate im Sommer 1936 in der Rotkreuzstraße 13 1/2 lebte.
Von Stuttgart aus wurde das frisch verheiratete Ehepaar im Dezember 1941 nach Riga-Jungfernhof deportiert. Auch die Eltern waren von Würzburg aus ins selbe Lager verschleppt würden. Dort oder in der Nähe sind alle bald darauf ermordet worden.
Für Margots Ehemann liegt ein Stolperstein in Stuttgart. Margots Schwester gelang im Januar 1940 noch die Ausreise in die USA. Sie hat die Gedenkblätter in Yad Vashem für Schwester, Eltern, sowie für die Großmutter mütterlicherseits Ernestine Wormser angelegt, die im Alter von 85 Jahren 1942 in Theresienstadt umkam.
   
Quelle Staatsarchiv Würzburg, Gestapoakte 3203, 3205;
Stadtarchiv Würzburg, Adressbücher 1938-1941;
Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T. 2, S. 438, 682, T.1, S. 111, 293;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/894384 (21.06.2016);
Stolpersteindatenbank der Stadt Stuttgart, http://www.stolpersteine-stuttgart.de/index.php?docid=447&mid=30 (21.06.2016);
Yad Vashem – The Central Database of Shoa Victims’ Names, Gedenkblatt, http://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=en&itemId=1704211&ind=1 (21.06.2016).
Autorin / Autor Hans-Peter Baum, Ingrid Sontag
Paten Die Gustav-Walle-Hauptschule, Herr Rektor Linus Dietz
   
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