Philipp Wilhelm Tripp

   
geboren am 14.12.1900 in Würzburg
Straße  Schiestlstraße 24
Stadtteil Grombühl
Deportationsdatum21.12.1944
Todesdatum18.03.1945
TodesortDachau
   
Wohnhaft in Schiestlstraße (früher Vincentinumstraße) verhaftet 1940 und 1942, deportiert am 21.12.1944 in das KZ Dachau und dort am 18.03.1945 ermordet
   
Philipp Tripp war Mitglied des Deutschen Buchdruckerverbands und bezeichnete sich selbst als SPD-Sympathisant. Seine Ausbildung als Buchdrucker musste er unterbrechen, weil er im Mai 1918 als Soldat eingezogen wurde. Trotz seines jugendlichen Alters schlug er sich tapfer und erhielt dafür das Frontkämpfer Ehrenkreuz. Nach dem Krieg brachte er sich mit Hilfsarbeiten durch, wurde immer wieder arbeitslos - ein nicht untypisches Schicksal in dieser Zeit. Erschwerend kam hinzu, dass er infolge des Krieges immer wieder gesundheitliche Probleme hatte, die einen längeren Krankenhausaufenthalt erforderlich machten.
Philipp Tripp gehörte zu den Unangepassten. Er wollte nicht einsehen, dass er keine eigene Meinung mehr haben durfte und dass er seine Ansichten nicht einmal mehr im persönlichen Gespräch äußern durfte. Bereits 1939 fiel er durch despektierliche Äußerungen gegen das Nazi Regime auf, wurde aber aufgrund einer allgemeinen Amnestie nicht strafrechtlich verfolgt. Immer wieder kam er mit den Regeln und Vorschriften der Nazis im Konflikt, weil er Entscheidungen der Regierung infrage stellte, die offiziellen Meldungen zum Kriegsverlauf anzweifelte und bei seiner Kritik auch vor den höchsten Repräsentanten von Partei und Staat nicht halt machte.
1940 jedoch zeigte ihn ein Blockwart wegen Verstoßes gegen das Heimtückegesetz an. Im Januar 1941 wurde er zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Nachbarn und Kollegen denunzierten Philipp Tripp bei der Gestapo. Einer der Denunzianten erklärte sogar ganz eindeutig: "Nach meiner Meinung gehört Tripp einmal in ein KZ eingewiesen und zu einem ordentlichen Leben erzogen." Im Oktober 1942 wurde er erneut festgenommen wegen nicht öffentlicher, "böswilliger, gehässiger, hetzerischer" Äußerungen. (Beispiel: Er wolle nach dem Krieg nach Russland gehen, weil es den Arbeitern dort besser gehe.) Zudem hatte er gegen die Vorschriften im Umgang mit Kriegsgefangenen verstoßen. Er hatte ihnen hin und wieder Lebensmittel und Zigaretten geschenkt, sie per Handschlag begrüßt, einen sogar angeblich mit einem "kommunistischen" Gruß. Ein Sondergericht verurteilte ihn deshalb am 16. Februar 1943 zu zwei Jahren Gefängnis.
Er verbüßte seine Strafe in Ichtershausen. Der Gefängnisdirektor dort beurteilte Tripps Führung und Arbeitseinsatz ausgesprochen negativ und beantragte Vorbeugehaft nach seiner Entlassung. Philipp Tripp wurde am 17. November 1944 aus Ichtershausen ins Würzburger Gefängnis "entlassen", am 21. Dezember 1944 mit einem Sammeltransport nach Dachau "verschubt". Dort starb er nach Angaben seiner Frau am 18. März 1945. Über die Umstände seines Todes ist nichts bekannt.
   
Quelle Staatsarchiv Würzburg, Gestapoakte 16108.
Autorin / Autor d.o.k.
Paten Die Vinzentinum Grund-u.Hauptschule, Herr Peter Schuhmann
   
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