Irma Grünfeld, geb. Weglein

   
geboren am 28.11.1902 in Geldersheim/Ufr.
Straße  Mergentheimer Straße 26
Stadtteil Steinbachtal
Deportationsdatum27.11.1941
Todesdatumunbekannt
Todesortbei Riga
   
am 27.11.1941 nach Riga-Jungfernhof deportiert und vermutlich bald darauf bei Riga ermordet
   
Irma Weglein war die jüngste Tochter des Metzgers Gustav Weglein (1866-1943) und seiner Frau Regina geb. Gerst (1868-1943) aus Geldersheim. Ihre Geschwister Selma Weglein (Jg.1899), verh. Schwarz und Jakob Weglein (1895-1944) kamen wie sie in Geldersheim zur Welt, wo ihre Eltern bis 1938 gewohnt hatten, bevor sie gezwungen waren, ins Jüdische Altersheim in der Dürerstraße nach Würzburg umzuziehen.
Irma heiratete vermutlich 1931 den Kaufmann Max Grünfeld (1896-1984), dessen Familie seit 1909 in Würzburg ansässig war. Die Tochter Dorothea kam 1933 zur Welt und der Sohn Norbert ca. 1935. Max Grünfeld konnte im Juni 1939 nach London emigrieren und später in die USA. Die Nachführung der Familie gelang nicht. Tochter Dorothea sollte Deutschland im März 1939 in Richtung Antwerpen und von dort mit der Jugend-Alijah nach Palästina in Sicherheit gebracht werden und sie selbst wollte im Oktober 1939 Deutschland verlassen. Beide Pläne scheiterten. Lediglich ihren Sohn Norbert konnte Irma Grünfeld retten. Einzelheiten sind nicht bekannt. Norbert Gruenfeld ist 1956 zusammen mit Vater Max und Selma (Stiefmutter oder Stiefschwester?) in die USA eingereist und hat später dort studiert. Er lebt noch in White Plains, NY und hat 1990 die Gedenkseiten in Yad Vashem für seine Mutter und seine Schwester Dorothea angelegt und Bilder eingestellt.
Irma Grünfeld arbeitete zuletzt als Hausangestellte im Heim Dürerstraße 20. Ihre Tochter musste sie deshalb zeitweise Pflegeeltern zur Betreuung geben.
Sie wurde am 27. November 1941 zusammen mit ihrer Tochter Dorothea, deren Pflegeeltern Ludwig (1907-1945) und Karoline Sichel (Jg. 1910) und ihren beiden Geschwistern Selma und Jakob nach Riga deportiert und dort oder in der Nähe bald darauf ermordet. Norbert Grünfeld gibt als Todesdatum den 26. März 1942 an. Ihr Bruder Jakob und die Pflegeeltern überlebten das Lager in Riga. Jakob kam noch Ende 1944 in einem Außenlager Buchenwalds um. Irmas Eltern starben kurz nacheinander Anfang 1943 in Theresienstadt.
   
Quelle Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T. 2, S. 538, 555, 652-653, T. 1, S. 213;
familysearch, Suche nach Max und Norbert Gruenfeld Passagierlisten der Einwanderung, (12.10.2015);
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de880876, (27.05.2016);
Yad Vashem – The Central Database of Shoa victims’ Names, The Central database of Shoa Victims´ Names, http://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=de&s_lastName=gr%C3%BCnfeld&s_firstName=irma&s_place=wuerzburg&itemId=1323041&ind=1&winId=-5564456407338679793 (27.05.2016);
Deportation der jüdischen Bevölkerung aus der Bezirksstelle Bayern. Nürnberg - Würzburg nach Riga, Abfahrtsdatum: 29.11.1941, http://www.statistik-des-holocaust.de/OT411129-Wuerzburg7.jpg (10.06.2016).

Foto: Yad Vashem, Zentrale Datenbank der Namen der Holocaust-Opfer, Gedenkseite.

Autorin / Autor NN, Ingrid Sontag
Paten Die Kirchengemeinde St. Burkard, Kommuniongruppe, Frau Martina Dehner
   
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