Stefanie (Stefie) Lebermann, geb. Neumann

   
geboren am 30.11.1908 in Kitzingen
Straße  Amalienstraße 2
Stadtteil Sanderau
Todesdatumunbekannt
Todesortunbekannt
   
vermutlich von Frankfurt aus in den Osten deportiert;
   
Stefanie Lebermann war die Tochter von Leopold Neumann (1879-1939), der aus Gemünden im Hunsrück stammte und seiner Ehefrau Frieda, geb. Heidingsfelder (Jg. 1885) aus Kitzingen, wo das Ehepaar lebte und auch Stefanie 1909 zur Welt kam. Zwei Jahre später wurde ihr Bruder Michael Fritz geboren (1911- ca. 1960).
Im Dezember 1934 verlobte sie sich mit dem Arzt Dr. Ferdinand Lebermann und zog nach der Heirat vermutlich 1935 zu ihm nach Würzburg, wo sie in der Goethestraße 1 wohnten. Die Praxis ihres Mannes, die er 1930 eröffnet hatte, befand sich im Haugerring 17. Die Zeit ihrer Ehe währte nur kurz. Als ihr Mann 1938 mit einem Berufsverbot als Arzt belegt wurde, beendete er sein Leben durch den Freitod.
Stefanie Lebermann kehrte zu ihren Eltern nach Kitzingen zurück und wohnte in der Bismarckstraße 25 bei ihrer Großmutter Kathi Heidingsfelder (1863-1942). Sie versuchte, nach Palästina zu emigrieren, wo ihr Bruder sich schon seit 1933 befand. Der Antrag auf Ausreise vom 19.1.1940, der sich in ihrer Gestapoakte findet, führte nicht zum Erfolg.
Im Jahr 1939 war ihr Vater in Kitzingen gestorben. Dies war vermutlich der Anlass, dass sie 1940 mit ihrer Mutter und ihrer Großmutter nach Frankfurt verzog, wo die drei Frauen in der Habsburger Allee 16 wohnten.
Kathi Heidingsfelder wurde am 1.9.1942 nach Theresienstadt deportiert, wo sie schon bald darauf im November aufgrund der unmenschlichen Lebensbedingungen starb. Von Stefanie Lebermanns Mutter weiß man nur, dass sie 1942 in den Osten deportiert wurde. Stefanies Schicksal selbst bleibt völlig im Dunkel. In der Datenbank von Yad Vashem ist sie als Opfer verzeichnet.
Biografie erstellt September 2008, überarbeitet Mai 2016
   
Quelle Staatsarchiv Würzburg, Gestapoakten5758;
Stadtarchiv Würzburg, Adressbücher 1920-1938;
Angaben zu den im Text erwähnten Angehörigen, die Opfer der Shoa wurden, finden sich im Namensverzeichnis des Gedenkbuchs des Bundesarchivs, https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/directory.html.de;
Anzeige in der Zeitschrift „Israelit“ vom 20. Dezember 1934, http://www.alemannia-judaica.de/wuerzburg_personen.htm;
M. Schneeberger, Gedenkbuch Kitzingen, YISKOR, Zum Gedenken an die in der Schoah ermordeten Kitzinger Juden, unter Mitarbeit von C. Reuter und E. Schwinger, S. 199-202, Kitzingen 2011;
Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900 - 1945, Würzburg 1989, T. 1, S. 332.
Autorin / Autor NN, Ingrid Sontag
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