Emma Lebermann

   
geboren am 12.10.1901 in Würzburg
Straße  Amalienstraße 2
Stadtteil Sanderau
Deportationsdatum25.04.1942
Todesdatumunbekannt
TodesortRaumn Lublin
   
am 25.4.1942 nach Krasniczyn deportiert und im Raum Lublin ermordet
   
Emma Lebermann kam als zweites Kind des Kultusbeamten bei der IKG Leopold Lebermann (1868-1942) und seiner Frau Sara, geb. Spiegel (1875-1957) in Würzburg auf die Welt.
Ihre Eltern hatten 1898 geheiratet und vier Kinder: Ferdinand wurde 1899, nach Emma der Bruder Jakob 1904 und die Schwester Jettchen 1907 geboren. Während sich in den entsprechenden Gestapoakten Informationen über den Lebensweg und die Ausbildung ihrer Geschwister finden, ist über Emmas Leben fast nichts zu erfahren. Ihr Bruder Ferdinand wurde Arzt, Jakob und Schwester Jettchen erhielten eine kaufmännische Ausbildung.
Emma wohnte mit Eltern und Geschwistern in der Amalienstraße 2 und blieb auch dort wie ihre unverheiratete Schwester Jettchen, während die Brüder nach ihrer Ausbildung bzw. mit der Heirat das Elternhaus verließen. Die Familie war gezwungen, im Juni 1939 in die Seelbergstraße 5 umzuziehen. Dort führt die Gestapo am 19.11.1940 eine Hausdurchsuchung durch. Dass sie ebenso wie ihre Schwester an den Vater einen Mietbeitrag in Höhe von 80.- RM bar zahlte, war das Devisenvergehen, nach dem man gesucht hatte und der Vorwand dafür, den verfügbaren „Freibetrag“ für die Familie von 550.- RM auf 350.- RM zu kürzen.
Bruder Ferdinand hatte sich 1938 nach Verhängung des Berufsverbots als Arzt das Leben genommen und Jakob war, nachdem er in Bingen seine Arbeit wegen Geschäftsaufgabe seines Chefs verloren hatte, nach Aufenthalten in Würzburg und Frankfurt 1936 nach Italien emigriert. Dort ließ er sich auf einem Gut zum Landwirt ausbilden, um als Siedler nach Palästina zu gehen, was ihm auch gelang.
Emma Lebermann ist auf der Deportationsliste des Transportes nach Krasniczyn vom 25.04.1942 mit der „ Evakuierungsnummer“ 809, ihrem letzten Aufenthaltsort Bibrastraße 6 und mit der Angabe „ohne Beruf“ aufgeführt. Der Zug kam in Kransistaw am 28. April an und es ist davon auszugehen, dass sie kurze Zeit später ermordet wurde.
Emmas Vater starb kurz nach seiner Deportation nach Theresienstadt. Jettchen wurde noch nach Auschwitz verschleppt und ermordert. Nur Emmas Mutter gehörte zu den wenigen Würzburger Überlebenden, konnte aus Theresienstadt zurückkehren und zum Sohn Jakob nach Palästina auswandern.
Biografie erstellt September 2008, überarbeitet Mai 2016.
   
Quelle Staatsarchiv Würzburg, Gestapoakten 5754, 5755, 5756;
Stadtarchiv Würzburg, Adressbücher 1910-1941 und Grundliste Amalienstraße 2;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de909402 ( 16.4.2016);
Angaben zu den im Text erwähnten Angehörigen, die Opfer der Shoa wurden, finden sich im Namensverzeichnis des Gedenkbuchs;
Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900 - 1945, Würzburg 1989, T. 1, S.332, 333.
Autorin / Autor NN, Ingrid Sontag
Paten Herr Walter Kees
   
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