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Charlotte Abraham

   
geboren am 29.04.1866 in Würzburg
Straße  Friedenstraße 36
Stadtteil Sanderau
Deportationsdatum23.09.1942
Todesdatum13.10.1942
TodesortTheresienstadt
   
am 23.09.1942 nach Theresienstadt deportiert und dort am 13.10.1942 ermordet
   
Charlotte Abraham wurde als älteste Tochter des Metallwarenhändlers und Kaufmanns Albert Abraham (1836-1926) aus Sulzburg/Baden und seiner aus einer Würzburger Bankiersfamilie stammenden Frau Mathilde, geb. Frank (1834-1894) am 29. April 1866 in Würzburg geboren. Ihre Geschwister Helene und Gustav kamen im Jahre 1867 bzw. 1870 ebenfalls in Würzburg zur Welt.
Charlotte erhielt eine Ausbildung als Fachlehrerin für Sprachen und unterrichtete dann von 1900 bis zu ihrer Pensionierung 1930 an der Jüdischen Volksschule Würzburg. Charlotte und ihre Schwester lebten nach dem Tod der Mutter mit dem Vater zusammen in der Friedensstraße 36. Die Abrahams hatten jahrelang Untermieter: Studenten und Studentinnen, Kaufleute, Referendare, was buntes Leben im Haushalt der ledigen Schwestern bedeutete. Sie blieben bis 1937 im Haus Friedenstrasse 36, wo ab dem Jahr von Charlottes Pensionierung (1930) eine Dienstbotin bei den beiden Schwestern wohnte. Danach zog Charlotte Abraham zusammen mit ihrer Schwester Helene in eine Parterrewohnung in der Friedensstraße 28. Ab 1939, nun 73-jährig, lebte Charlotte Abraham in den überfüllten jüdischen Altersheimen der Dürerstraße 20 und ab August 1940 in der Konradstraße 3.
Von dort wurde sie zusammen mit ihrer Schwester in der letzten großen Deportation aus Unterfranken am 23. September 1942 nach Theresienstadt verbracht, wo sie nur drei Wochen später am 13. Oktober 1942 umkam.
Ihre Schwester Helene starb nur wenig später am 20. Oktober 1942. Der Bruder Gustav, der schon 1890 aus Würzburg weggezogen war, kam 1932 nach Würzburg zurück. Da er mit einer Nichtjüdin verheiratet war, wurde er nicht deportiert, sondern musste ab Ende Januar 1942 wie andere in Mischehen lebende Juden ins Ghettohaus Domerschulstr. 25 ziehen. Gustav Abraham starb zwischen 1942 und 1945. Sein Grab ist auf dem Jüdischen Friedhof in Heidingsfeld ohne jedwede Daten.
   
Quelle Stadtarchiv Würzburg, Adressbücher 1890-1940; Grundlisten Friedenstr. 36 und Juliuspromenade 5;
Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T. 1, S. 45f.;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de827842 (17.05.2016);
Datenbank der Holocaust Opfer aus den böhmischen Ländern und von Häftlingen im Theresienstädter Ghetto aus Europa, http://www.holocaust.cz/de/opferdatenbank/opfer/3722-charlotte-abraham/ (17.05.2016);
Deportation der jüdischen Bevölkerung aus dem Deutschen Reich. Würzburg - Theresienstadt, Abfahrtsdatum: 23.09.1942, http://www.statistik-des-holocaust.de/II26-1.jpg (10.06.2016).
Autorin / Autor GG, Elke Wagner
Paten Frau Sabine Schrick
   
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