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Isidor (1) Stein

 
geboren am 01.12.1870 in Wallerstein/Schwaben
Straße  Bronnbachergasse 1
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum23.09.1942
Todesdatum05.03.1943
TodesortTheresienstadt
   
am 23.9.1942 nach Theresienstadt deportiert und dort am 5.3.1943 ermordet
   
Isidor Stein kam in Wallerstein als Sohn des Lehrers Hyronimus (Hieronymus) Stein und seiner Frau Helene, geb. Dispecker, auf die Welt. Er hatte zwei Brüder Jakob Menachem (Jg.1868) und Heymann (1873-1874).
Nach dem Besuch von sieben Klassen Volksschule in Wallerstein machte Isidor eine Lehre als Metzger in Bad Mergentheim und arbeitete dann in unterschiedlichen Städten. Der Ableistung des Militärdienstes in Ingolstadt folgten Aufenthalte in der Schweiz und Frankfurt/M. 1895 kam Isidor Stein nach Würzburg, heiratete 1896 die Metzgerwitwe Regina (Rachel) Fleischmann, geb. Stern und übernahm den Betrieb ihres verstorbenen Mannes. Zwei Metzgereien in der Karmelitenstraße 53 und in der Grombühlstraße 24 betrieb Isidor Stein.
Mit den beiden Stieftöchtern Clothilde und Rudolfine lebte die Familie in der Kärrnersgasse 37, bis Isidor Stein 1904 das Haus in der Bronnbachergasse 1 erwarb, wo die Familie ab dann lebte. Im Jahr 1899 war die gemeinsame Tochter Irma zur Welt gekommen.
In der Weimarer Republik war er Mitglied im Kriegerverein und Wähler der BVP. Nach dem Tod der Ehefrau im Jahr 1927 und nach der Heirat seiner Stieftochter Rudolfine und der Tochter Irma blieb er mit der Sieftochter Clothilde allein zurück, die ihm den Haushalt führte und sich um die Verwaltung des Mietshauses kümmerte. Im Zuge des Novemberpogroms 1938 wurde Isidor verhaftet und in das KZ Buchenwald eingeliefert, aus dem er im November entlassen wurde. Er musste sich verpflichten, seine Ausreise zu betreiben, seine Metzgerei zu schließen und seinen Grundbesitz zu veräußern.
Ab Dezember 1940 zog er in das Jüdische Altersheim in der Dürerstraße um, von wo aus er am 23. September 1942 nach Theresienstadt deportiert und dort am 5. März 1943 ermordet wurde.
Seine Stieftochter Clothilde war vor ihm nach Krasnystaw deportiert und im Raum Lublin ermordet worden. Seine eigene Tochter Irma, die mit dem nicht-jüdischen Mann Franz Riffart aus Burgsinn verheiratet war und in Nürnberg lebte, überstand die Nazizeit und betrieb in den 50er Jahren ein Wiedergutmachungsverfahren.

Biographie erstellt September 2008, überarbeitet Februar 2018
   
Quelle Staatsarchiv Würzburg, Gestapo-Akte 15104;
Deportation der jüdischen Bevölkerung aus der Bezirksstelle Bayern. Nürnberg - Würzburg nach Theresienstadt, Abfahrtsdatum: 23.09. – 24.09.1942, http://www.statistik-des-holocaust.de/II26-23.jpg (22.06.2016);
Stadtarchiv Würzburg, Adressbücher 1894-1941, Einwohnermeldekarte Felix Fleischmann;
Biografische Datenbank Jüdisches Unterfranken, Informationen zu Isidor Stein und seine Angehörigen, http://www.historisches-unterfranken.uni-wuerzburg.de/juf/ (3.2.2018);
Jewish Genealogy in Bavarian Swabia, Name Index Stein, (3.2.2018);
1939 German Minority Census; Tracing the past (3.2.2018).
Autorin / Autor gg, Ingrid Sontag
Paten Der Caritas-Verband - St. Raphael-Werk, Frau Martina Blomberger
   
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