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Frieda Jakob, geb. Schloss

   
geboren am 28.01.1883 in Würzburg
Straße  Rotkreuzstraße 11
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum02.03.1943
Todesdatumunbekannt
TodesortSobibor
   
am 02.03.1943 nach Sobibor bzw. Ossawa deportiert und dort umgebracht (Information nicht gesichert)
   
Frieda wurde am 28.01.1883 in Würzburg geboren. Ihre Eltern waren der Kaufmann Bernhard Schloß (1848–1934) und Ernestine geb. Hellmann (1853–1901). Die Familie Schloß lebte in der Bachgasse 12. Frieda erhielt ihre Schulausbildung am Institut der Englischen Fräulein, später besuchte sie ein Pensionat. Sie hatte noch einen älteren Bruder Emanuel (Emil), der am 14. Januar 1877 auf die Welt kam. Dieser verließ später Würzburg und wurde 1893 nach seiner Auswanderung in die USA aus der bayerischen Staatsbürgerschaft entlassen.

1907 heiratete Frieda den Simon Jakob in Heidingsfeld, der aus Neidenstein stammte, wo er am 22. August 1877 geboren wurde. Simon, von Beruf Viehhändler, hatte einen Teil seiner Lehrjahre in Italien und Frankreich verbracht. Mit seinem Schwiegervater Bernhard Schloß eröffnete er in Würzburg eine Großviehhandlung, deren Stallungen sich zeitweise in der Gerberstraße 14 befanden.

Am 29. Januar 1909 wurde die Tochter Ernestine geboren. Sie lebte bei ihren Eltern in Würzburg bis sie 1930 in Berlin den Journalisten Herbert Levy (Lenhardt) heiratete. Mit der gemeinsamen Tochter Inge, geboren am 23. November 1930, emigrierte sie 1937 nach Südafrika, wohin ihr Mann war schon vorher ausgewandert war. 1982 übersiedelte die Familie Lenhardt nach East Doncaster, Victoria in Australien.

Frieda Jakob und ihr Mann Simon konnten den Verfolgungen nicht entkommen. Nach der Erteilung des Berufsverbotes durch die Nationalsozialisten emigrierten sie 1936 nach Holland. Dort lebten sie zuerst in Sandpoort, später in Utrecht in der Petrarcalaan 65. Überlebende berichten, dass beide von Westerbork aus am 2. März 1943 ins Lager Ossowa deportiert worden seien. Gesichert ist, dass ihr Mann an diesem Datum ins Vernichtungslager Sobibor verschleppt und dort am 5.3.1943 umgebracht wurde. Frieda Jakob wird in den einschlägigen Gedenkbüchern nicht aufgeführt, vielleicht ist sie zuvor im niederländischen Exil gestorben.

Biographie erstellt März 2009, überarbeitet Februar 2017
   
Quelle Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900 – 1945, Würzburg 1989, Teil 1 S. 279, 340;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter nationalsozialistischer Gewaltherrschaft in Deutschland 1933 – 1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/887515 (30.01.2017);
Staatsarchiv Würzburg, Gestapoakte 2664;
Biografische Datenbank Jüdisches Unterfranken, Informationen zum Ehepaar Jakob und Angehörigen, http://www.historisches-unterfranken.uni-wuerzburg.de/juf/ (30.01.2017);
Autorin / Autor gg, Gabriele Schiwon
Paten Herr Karl Heinz Stern
   
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