Irma Reinstein, geb. Strauss

   
geboren am 16.07.1895 in Nürnberg
Straße  Friedrich-Ebert-Ring 34
Stadtteil Sanderau
Deportationsdatum27.11.1941
Todesdatumunbekannt
TodesortRiga-Jungfernhof oder in der Nähe
   
am 27.11.1941 nach Riga-Jungfernhof deportiert und dort oder in der Nähe im Winter 1941/42 ermordet
Friedrich-Ebert-Ring 34 (früher Hindenburgstrasse)
   
Irma war die einzige Tochter von Philipp Strauss (Jg.1886) aus Schnodsenbach und Ernestine, geb. Mayer (Jg. 1874) aus Kitzingen. Nach der Trennung ihrer Eltern zog sie mit ihrer Mutter 1911 von Nürnberg zu deren Bruder Sally Mayer nach Würzburg. Über Irmas Werdegang ist nichts bekannt. Sie heiratete 1920 Siegmund Eisenheimer (Jg. 1888), der zunächst zusammen mit Sally Mayer und dann nach dem Tod seines Verwandten die Werkzeughandlung alleine führte. Irma wohnte mit ihrem Mann in der Hindenburgstraße 39. Die Ehe blieb kinderlos.
Nach dem Tod ihres Mannes Ende der 30iger Jahre heiratete sie 1940 Wilhelm Reinstein (Jg. 1889), der zusammen mit seiner Mutter Lotte Reinstein die Weinhandlung Gebrüder Reinstein in der Hindenburgstraße 34 geleitet hatte. Mit ihm und ihrer Mutter wohnte sie mindestens bis Ende August 1941 in der Friedenstraße 29.
Irma und Wilhelm mussten sich am Tag vor ihrer Deportation nach Riga an der Sammelstelle in der Stadthalle zur Kontrolle melden. Hier nahm man ihr einen mit Edelsteinen besetzten silbernen Ring ab.
Am 27.11.1941 fuhr der Zug von Würzburg nach Nürnberg und startete dort zwei Tage später nach Riga. Im Lager Riga-Jungfernhof erlag das Ehepaar im Laufe des Winters 1941/42 den unsäglichen Lebensbedingungen oder wurde Opfer der Massenerschießungen. Irmas Mutter wurde 1942 nach Theresienstadt und von dort im Oktober 1944 nach Auschwitz deportiert, wo sie ermordet wurde. Irmas Vater hatte das gleiche Schicksal bereits im Februar 1943 erlitten.
Biographie erstellt März 2009, überarbeitet Mai 2015.
   
Quelle Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, 2.T S. 453-454, 613, 1. T S. 130, 383;
Staatsarchiv Würzburg, Gestapoakte 10212;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945
http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1464820 (3.2.2015);
Yad Vashem Dokumentenarchiv, Abteilung Eichmann Prozess, TR 3/1286
http://www.yadvashem.org/yv/de/exhibitions/deportations/wurzburg.asp#4 (24.5.2015);
Deportation der jüdischen Bevölkerung aus der Bezirksstelle Bayern. Nürnberg - Würzburg nach Riga, Abfahrtsdatum: 29.11.1941, http://www.statistik-des-holocaust.de/OT411129-Wuerzburg4.jpg (07.06.2016).
Autorin / Autor NN, Ingrid Sontag
Paten Herr Prof. Dr. Klaus Schoenhoven
   
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