Lotte Reinstein, geb. Stiefel

   
geboren am 27.03.1866 in Hochhausen/Baden
Straße  Friedrich-Ebert-Ring 34
Stadtteil Sanderau
Deportationsdatum23.09.1942
Todesdatum29.05.1943
TodesortTheresienstadt
   
am 23.9.1942 nach Theresienstadt deportiert, ermordet am 29.5.1943 in Theresienstadt
Friedrich-Ebert-Ring 34 (früher Hindenburgstrasse)
   
Lotte Stiefel, Tochter des Kaufmanns Max Stiefel (1838-1921) aus Hochhausen/Baden und seiner Frau Karoline Heilner aus Urspringen (1836-1912) heiratete 1889 den Weinhändler Martin Reinstein (Jg.1858) aus Heidingsfeld, der seit 1883 in Würzburg lebte und hier 1896 das Bürger- und Heimatrecht erwarb. Sie wohnten in der Hindenburgstraße 34 und hatten fünf Kinder: Wilhelm (Jg.1889), Lucie (1890-91), Paul (Jg. 1892), Elly (Jg.1896) und Arnold (Jg.1902).
Nach dem Tod ihres Mannes 1921 führte sie die Weinhandlung Gebrüder Reinstein als Teilhaberin zusammen mit ihrem Schwager Alfred bis zu dessen Tod und ihrem Sohn Wilhelm weiter. Nachdem Wilhelm 1936/37 eine Gefängnisstrafe verbüßen musste, durfte er notwendige Geschäftsreisen nicht mehr unternehmen. Obwohl auch Sohn Arnold im Geschäft half, konnte die Weinhandlung nicht mehr weitergeführt werden und wurde in den Jahren 1938/39 liquidiert.
Lotte Reinsteins Sehkraft verschlechterte sich immer mehr, so dass Tochter Elly Reis, die nach ihrer Scheidung zurück nach Würzburg gekommen war, den Haushalt führte. Zuletzt musste Lotte Reinstein ihr Haus verlassen, dessen Eigentümerin sie zusammen mit ihrer Schwägerin Frieda war, kam einige Wochen bei ihrer Schwester im Haugerring 14 unter und musste dann in die Konradstraße 3 ziehen.
Von dort wurde sie am 23. September 1942 mit ihrer Tochter Elly Reis, Frieda Reinstein, der Familie ihrer Schwester Marie Münster und zwei ihrer Cousinen nach Theresienstadt deportiert, wo sie am 29. Mai 1943 starb. Keines ihrer Kinder überlebte die Verfolgungen: Sie starben im Zuchthaus, in Konzentrations- und Vernichtungslagern.
Biographie erstellt März 2009, überarbeitet Mai 2015.
   
Quelle Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg1989, T. 2, 452-454, 604, 655-56, T.1, 182, 294, 399;
Staatsarchiv Würzburg, Gestapoakten 10211, 10212, 10207, 10222;
Stadtarchiv Würzburg, Adressbücher 1935-1942;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945
http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de948589 (2.2.2015);
Familysearch – Genealogien, Namenssuche (9.3.2015)
https://familysearch.org/ark:/61903/2:1:M7FL-2KJ (Suche Caroline Heilner)
https://familysearch.org/ark:/61903/2:1:M7FL-2NR (Suche Aron Heilner)
https://familysearch.org/ark:/61903/2:1:M7FL-2NM (Suche Sigmund Aron Heilner);
Jewish Gen Wuerzburg Database – Searching for Surname Stiefel (4.2.2015)
http://www.jewishgen.org/databases/germany/wurzburg.htm.
Autorin / Autor NN, Ingrid Sontag
Paten Frau Barbara Gärtner
   
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