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Elly Reis, geb. Reinstein

   
geboren am 29.03.1896 in Würzburg
Straße  Friedrich-Ebert-Ring 34
Stadtteil Sanderau
Deportationsdatum23.11.1942
Todesdatumunbekannt
TodesortAuschwitz
   
am 23.09.1942 nach Theresienstadt deportiert und von dort am 12.10.1944 nach Auschwitz und ermordet
Friedrich-Ebert-Ring 34 (früher Hindenburgstr.)
   
Elly Reis, die Tochter von Martin Reinstein (1863-1921) und Lotte geb. Stiefel (1866-1943) und Schwester von Wilhelm (Jg.1889), Paul (Jg. 1892) und Arnold (Jg.1902) wuchs in Würzburg auf. Über ihren Werdegang ist nichts bekannt. Sie heiratete ca. 1920 den Reisenden Hermann Reis und lebte nach ihrer Heirat einige Jahre in Essen. Ihre Ehe wurde 1936 geschieden.
Nach ihrer Rückkehr nach Würzburg lebte sie zusammen mit ihrer Mutter Lotte und ihren Brüdern Arnold und Wilhelm im Haus der väterlichen Weinhandlung Gebrüder Reinstein, die ihre Mutter zusammen mit Wilhelm nach dem Tod des Vaters betrieb. Als ihre Mutter zunehmend erblindete, führte Elly den Haushalt. Immer wieder setzte sie sich durch Gesuche an die Behörden für ihre verhafteten Brüder Arnold und Wilhelm ein. Sie war Mitglied im Jüdischen Kulturbund.
Die Teilnahme an einem Umschulungskurs als Hutmacherin von Mai bis August 1940 in Berlin sollte die geplante Auswanderung erleichtern. Dort konnte sie bei ihrem Bruder Paul wohnen, der sich schon 1924 als Arzt in Berlin niedergelassen hatte. Zuletzt arbeitete sie als Krankenschwester.
Nach Tod und Deportation ihrer Brüder mussten Elly Reis und ihre Mutter ihr Haus verlassen und fanden noch für kurze Zeit Aufnahme bei der Schwester der Mutter Marie Münster am Haugerring 14, bevor Elly in die Bibrastraße 6 umziehen musste.
Sie wurde noch zum Abschluss eines Heimkaufvertrags für Theresienstadt genötigt, bevor sie am 23. September 1942 zusammen mit ihrer Mutter Lotte und ihrer Tante Frieda dorthin deportiert wurde und am 12.Oktober 1944 weiter nach Auschwitz, wo sie ermordet wurde.
Biographie erstellt März 2009, überarbeitet Mai 2015.
   
Quelle Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T. 2, S. 452-454;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945
http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de948683 (3.2.2015);
Staatsarchiv Würzburg Gestapoakten 10222, 10212, 10207. 10211;
Stadtarchiv Würzburg, Adressbücher 1936-1941.
Autorin / Autor NN, Ingrid Sontag
Paten Herr Volkmar Halbleib
   
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