Rachel Hellmann, geb. Bamberger

     
geboren am 28.08.1880 in Frankfurt/M.
Straße  Friedrich-Ebert-Ring 29
Stadtteil Sanderau
Deportationsdatum10.03.1943
Todesdatum13.03.1943
TodesortSobibor
   
vom 11.12.1942 – 10.03.1043 im Lager Westerbork interniert, am 10.3.1943 nach Sobibor deportiert und dort am 13.03.1943 ermordet
   
Rachel Bamberger war die Tochter des Lehrers Seckel Bamberger (1839-1885) und seiner Frau Julie geb. Klein (1848-1899) und kam in Frankfurt zur Welt. Sie war eine Enkelin des berühmten Würzburger Rabbis Seligman Bär Bamberger (1807-1878) und wuchs mit zahlreichen Geschwistern auf. 1911 heiratete Rachel Bamberger den in Marktbreit gebürtigen Lehrer Moritz Hellmann und wohnte mit ihm am Sanderring 19. Die Tochter Regina wurde 1912, die Tochter Julie 1913 geboren und als Nachzügler kam 1923 Sohn Norbert auf die Welt. Mittlerweile war die Familie in die Neubergstraße 11 gezogen und wohnte zwischen 1925 und 1935 in der Ludwigstraße 31. Die letzten beiden Jahre in Würzburg lebte die Familie in der Hindenburgstraße 29, dem späteren Friedrich-Ebert- Ring.
Während Regina eine Ausbildung als Buchhalterin absolvierte und später bei der Israelitischen Kultusgemeinde beschäftigt war, ergriff die Tochter Julie, wie Vater und Großvater, den Lehrerberuf. Julie zog nach ihrem Examen 1933 nach München. Auch Norbert besuchte noch kurz die ILBA in Würzburg, bevor die Familie dann 1938 in die Niederlande emigrierte. Rachels Schwester Ester (1874-1939) war mit dem Rabbi Joel Vredenburg (1866-1943) verheiratet und lebte in Arnheim. Dort kam die Familie Hellman zunächst in der Eusenbinsplein Nr. 4 unter. Die Töchter fanden ebenso wie der Sohn Norbert ein Betätigungsfeld in Jüdischen Organisationen.
Als im Mai 1940 deutsche Truppen in den Niederlanden einmarschierten, war die Sicherheit zu Ende und sie wurden erneut Opfer von Verfolgungen. Die letzte Wohnung in Arnheim war ein Jüdisches Altersheim (Tehuis voor Israëlitische Oude Lieden), in der sich auch die Tochter Regina zeitweise aufhielt. Am 11. Dezember 1942 wurden Rachel und ihr Mann Moritz verhaftet und im Lager Westerbork interniert. Von dort erfolgte am 10.3.1943 ihre Deportation nach Sobibor, wo beide kurz nach der Ankunft ermordet wurden. Die Töchter Regina und Julie erlitten das gleiche Schicksal wenige Monate später am 23. Juli des Jahres.
Die Gedenkseiten für Rachel und ihre Familie in Yad Vashem wurden 1986 von Shifra Tachauer angelegt, einer Tochter von Ester Vredenberg. Nur dem Sohn Norbert Hellmann gelang es, gerade noch rechtzeitig nach Dänemark zu fliehen und in die USA zu emigrieren, wo er Lehrer an der Samson Raphael Hirsch School in New York wurde.
Biografie erstellt März 2009, überarbeitet Mai 2016.
   
Quelle Staatsarchiv Würzburg, Gestapoakte 967;
Stadtarchiv Würzburg, Adressbücher 1910 – 1941 und Grundlisten Ludwigstraße 31, Hindenburgstraße 29;
Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T.1, S.253, 254;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de858502 (11.5.2016);
Biographische Datenbank Jüdisches Unterfranken, Informationen zu Rachel Hellmann und ihren Angehörigen, http://www.historisches-unterfranken.uni-wuerzburg.de/juf/ (11.5.2016);
Joods Monument, https://www.joodsmonument.nl/nl/page/152099/rachel-hellmann-bamberger, https://www.joodsmonument.nl/en/page/532885/about-joel-vredenburg (18.5.2016). Foto: Joods Monument.
Autorin / Autor NN, Ingrid Sontag
Paten Frau Barbara von Truchseß
   
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