Regina Hellmann

   
geboren am 25.08.1912 in Würzburg
Straße  Friedrich-Ebert-Ring 29
Stadtteil Sanderau
Deportationsdatum20.07.1943
Todesdatum23.07.1943
TodesortSobibor
   
vom 11. bis 21. Dezember 1942 und von 25. Mai bis 20. Juli im Lager Westerbork interniert, am 20.7.1943 nach Sobibor deportiert und dort am 23.7.1943 ermordet
   
Regina Hellmann war die älteste Tochter des Lehrers und Schulleiters Moritz Hellmann (1877-1943) und seiner Frau Rachel, geb. Bamberger aus Frankfurt (1880-1943), deren Vater dort auch Lehrer war. Ein Jahr nach Regine kam ihre Schwester Julie auf die Welt und im Jahr 1923 ihr kleiner Bruder Norbert. Nach der Schulzeit und einer Berufsausbildung als Buchhalterin war Regine Hellmann bei der Israelitischen Kultusgemeinde beschäftigt. Sie war Mitglied im Jüdischen Kulturbund und wohnte bei den Eltern zunächst am Sanderring 19, zwischen 1915 und 1925 in der Neubergstraße 11, danach 10 Jahre lang in der Ludwigstraße 31 und ab 1936 zuletzt in der Hindenburgstraße 29, dem späteren Friedrich-Ebert-Ring. Ihre beiden Geschwister ergriffen wie der Vater den Lehrerberuf.
Am 26.12.1938 emigrierte sie mit der Familie in die Niederlande. In Arnheim war der Schwager ihrer Mutter Joel Vredenburg (1880-1943) Rabbi und so konnten die Hellmanns leichter Fuß fassen und in der Euserbinsplein 4 unterkommen. Regina fand ebenso wie ihre Schwester und Bruder Norbert ein Betätigungsfeld in jüdischen Organisationen.
Im Mai 1940 besetzten deutsche Truppen die Niederlande. Regine und ihre Familie waren erneut den Verfolgungen des NS-Regimes ausgesetzt. Regine wohnte zuletzt mit ihren Eltern im Jüdischen Altenheim in Arnheim (Tehuis voor Israëlitische Oude Lieden), wo sie vermutlich zum Verwaltungspersonal gehörte. In der Karteikarte des Judenrats wird ihre Eignung als Verwaltungskraft hervorgehoben.
Am 11. Dezember 1942 wurde sie zunächst mit 75 älteren Leuten, darunter ihren Eltern, ins Durchgangslager Lager Westerbork deportiert. Regina Hellmann blieb nur 10 Tage dort und kam vermutlich wieder ins Heim zurück. Ab 25. Mai wurde sie erneut im Sammellager Westerbork interniert und dann am 20. Juli 1943, vier Monate nach ihren Eltern und zwei Monate nach ihrer Schwester Julie, von dort ins Vernichtungslager KZ Sobibor transportiert. Kurz nach der Ankunft wurde sie am dem 23. Juli 1943 ermordet – am gleichen Tag, wie ihre Schwester Julie.
Ihre Eltern waren bereits am 13. März umgebracht worden.
Nur der Bruder Norbert konnte sich durch die Flucht nach Dänemark retten, und in die USA emigrieren, wo er Lehrer an der Samson Raphael Hirsch School in New York wurde.
Biografie erstellt März 2009, überarbeitet Mai 2016.
   
Quelle Stadtarchiv Würzburg, Adressbücher 1910 – 1938;
Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T.1, S.253, 254;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de858503 (11.5.2016);
Angaben zu den im Text erwähnten Angehörigen, die Opfer der Shoa wurden, finden sich im Namensverzeichnis des Gedenkbuchs;
Joods Monument, https://www.joodsmonument.nl/nl/page/152080/regina-hellmann /, https://www.joodsmonument.nl/en/page/532885/about-joel-vredenburg (18.5.2016);
Informationen zu Regina Hellmann und ihre Angehörige, http://www.historisches-unterfranken.uni-wuerzburg.de/juf/ (11.5.2016);
Karteikarten des Judenrats in Arnheim, Johanna-Stahl-Zentrum Würzburg.
Autorin / Autor NN, Ingrid Sontag
Paten Frau Renate Senf, Herr Helmut Senf
   
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