Bernhard (2) Gutmann

   
geboren am 15.04.1883 in Erdmannsrode/Hessen
Straße  Friedrich-Ebert-Ring 29
Stadtteil Sanderau
Deportationsdatum23.09.1942
Todesdatum16.02.1943
TodesortTheresienstadt
   
am 23.09.1942 nach Theresienstadt deportiert und dort am 16.02.1943 ermordet
   
Bernhard Gutmann wurde am 15. April 1883 in Erdmannsrode als Sohn von Lazarus Gutmann (1858–1932) und Rikchen Stern (1860–1930) geboren, die beide aus Aidhausen in Unterfranken stammten, wo sie auch 1880 geheiratet hatten. Bernhard hatte zwei Geschwister: Malchen, die am 30. November 1885 geboren wurde und Friedrich, der am 22. April 1889 ebenfalls in Erdmannsrode zur Welt kam. 1894 zog die Familie nach Dettelbach ins Haus Nr. 55 (heute Birklinger Hof Nr. 9). Lazarus Gutmann betrieb einen Weinhandel. 1899 siedelte die Familie nach Würzburg über, wo Bernhards Vater in der Schillerstraße 8 wieder eine Wein- und Spirituosenhandlung eröffnete.
Bernhards Bruder Friedrich wurde Zahnarzt und lebte später in Straubing. Seine Schwester wohnte mit ihrem Ehemann Max Blume in Blankenburg.
Bernhard arbeitete bei der Textilhandlung Solomon Rosenthal, die sich am Kürschnerhof Nr. 6 befand. Später trat er in die elterliche Firma ein, die inzwischen vom Sanderring 24 zur Sanderglacisstraße 29 gezogen und sich zuletzt in der Hindenburgstraße 29 (Friedrich-Ebert-Ring) niedergelassen hatte. Bernhard wurde Prokurist, dann Teilhaber der Firma, später übernahm er sie ganz. 1919 erwarb Bernhard das Haus Nr. 29 für 144.000 Mark, später Nr. 30 für 88.000 Mark. Gemeinsam mit seinem Vater Lazarus betrieb er die Firma bis 1932. Dann zog Lazarus nach Gelsenkirchen, wo er zwei Jahre nach dem Tod seiner Frau Rikchen 1932 starb.
Bernhard hatte bereits 1920 in Nürnberg Laura Groß (1894-1944) geheiratet. Sie stammte aus Fischach/ Schwaben, wo ihr Vater als Pferdehändler tätig war. Die Ehe blieb kinderlos.
1939 war Bernhard Gutmann noch als Besitzer der beiden Häuser im Adressbuch der Stadt Würzburg verzeichnet. Er musste sowohl seine Firma auflösen als auch die beiden Häuser verkaufen und bald danach seine Wohnung verlassen. Zuletzt war das Ehepaar mit einigen anderen Familien im Verwaltungsgebäude des jüdischen Friedhofs am Faulenberg untergebracht.
Am 23.09.1942 wurde Bernhard zusammen mit seiner Frau Laura nach Theresienstadt deportiert. Er wurde dort am 16.02.1943 ermordet. Seine Frau kam im Oktober 1944 noch nach Ausschwitz, wo sie ebenfalls ermordet wurde. Das genaue Datum ist nicht bekannt. 1952 wurde sie für tot erklärt.
Bernhards Schwester Meta Blume wurde Opfer der Shoa im Raum Lublin, die Frau seines Bruders Regina Gutmann in Bergen-Belsen und zumindest zwei, wahrscheinlich aber alle ihre drei Söhne in Mauthausen.
Biografie erstellt März 2009, überarbeitet Juli 2016.
   
Quelle Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/882356 (2.7.2016);
Angaben zu den im Text erwähnten Angehörigen, die Opfer der Shoa wurden, finden sich im Namensverzeichnis des Gedenkbuchs;
Raum der Namen, Digitales Gedenkbuch für die Toten des KZ Mauthausen und seiner Außenlager 1938–1945, http://gedenkstaetten.at/raum-der-namen/cms/index.php?txtFullSearch=Herfried+Mendoza+Gutmann&L=&id=5, http://gedenkstaetten.at/raum-der-namen/cms/index.php?txtFullSearch=Reimar+Mendoza+Gutmann&L=&id=5;
Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T. 1 , S.219, 222 T. 2 S. 482;
http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de844511 Stadtarchiv Würzburg, Adressbücher 1901-1942, Grundlisten Hindenburgstraße 29 und 30;
Geburtsregister der Gemeinde Fischach, Auskunft von Johanna Riegg;
Auskunft von Herrn Rheinfelder, Dettelbach;
Jewish Genealogy in Bavarian Swabia für Gross, Fischach, http://jgbs.org/detail.php?book=birth&id=32193&mode=, (2.7.2016);
Biographische Datenbank Jüdisches Unterfranken, Informationen zu Ehepaar Gutmann und Angehörigen, http://www.historisches-unterfranken.uni-wuerzburg.de/juf/ (2.7.2016).
Autorin / Autor NN, Gabriele Schiwon
Paten Herr Klaus Rohrbach, Frau Birgit Rohrbach
   
zurück