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Klara Krieger, geb. Levy

   
geboren am 16.01.1900 in Leiwen/Mosel
Straße  Zwinger 28
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum27.11.1941
Todesdatumunbekannt
Todesortin/bei Riga
   
am 27.11.1941 nach Riga-Jungfernhof deportiert und dort vermutlich kurze Zeit nach der Ankunft ermordet

Die Adresse gibt es nicht mehr. Der Stein wird dort verlegt, wo sich laut einem historischen Stadtplan das Haus befunden hat.
   
Clara (Klara) kam als Tochter des Handelsmanns Isaak Levy (1857-1927) und Johanna geb. Schömann (1860-1942) in Leiwen in der Nähe von Trier auf die Welt. Die Hochzeit ihrer Eltern hatte 1885 stattgefunden. Sie war die jüngste von sechs Geschwistern: Emma verh. Simon (1886-1942), Rosalie verh. Schloss (1988-1942), Rudolf (Jg.1890), Bertha (1894-1896) und Melanie verh. Salomon (1897-1941).

Im Dezember 1929, als schon fast alle Geschwister aus dem Haus waren, heiratete sie in Klüsserath den Küfer Friedrich Leopold Krieger. Er stammte aus Mainz, war schon seit 1911 in Würzburg ansässig und in einer Weinhandelsfirma und Kellerei beschäftigt. Mit ihm lebte sie im Zwinger 28. Im März 1931 kam der Sohn Manfred auf die Welt.

Nachdem ihr Mann durch die Auflösung der Firma seine Arbeit Ende 1938 verloren hatte, wurde die Situation für die Familie immer schwieriger. Ihr Mann versuchte eine Emigration in die Vereinigten Staaten oder nach Großbritannien zu erreichen und bewarb sich z.B. als Küfer nach England. Die Pläne hatten keinen Erfolg. Auch die Bemühungen, wenigstens den knapp achtjährigen Sohn im Februar 1939 durch einen Kindertransport über Köln nach Brüssel in Israel in Sicherheit zu bringen, scheiterten letztlich und der Sohn wurde Ende 1940 nach der Besetzung Belgiens durch deutsche Truppen wieder zu ihnen zurückgeschickt.

Am 27. November 1941 wurde Clara Krieger zusammen mit ihrer Familie nach Riga deportiert und dort wohl wenig später ermordet. Wie ihr Mann und ihr Sohn gilt sie als "verschollen" in Riga
. Klara ältere Schwestern wurden, bis auf Bertha, die schon als Kleinkind starb, mit ihren Familien Opfer der Shoa in Treblinka, Kulmhof und Auschwitz. Claras 82-jährige Mutter wurde im Juli 1942 von Trier aus nach Theresienstadt deportiert und kam dort 4 Monate später um. Nur der Bruder Rudolf konnte durch seine Emigration im Juni 1938 den Verfolgungen entkommen.

Biographie erstellt März 2009, ergänzt April 2017
   
Quelle Staatsarchiv Würzburg, Gestapoakte 5132, 5130, 5133;
Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T. 1, S. 319;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/905477 (02.06.2016);
Stadtarchiv Würzburg, Adressbücher 1911-1941, Grundliste Zwinger 28, Einwohnermeldebogen;
Angaben zu den im Text erwähnten Angehörigen, die Opfer der Shoa wurden, finden sich im Namensverzeichnis des Gedenkbuchs;
Auskunft der Verbandsgemeindeverwaltung Schweich, Auszüge aus dem Einwohnerbuch Leiwen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde e.V.;
Deportation der jüdischen Bevölkerung aus der Bezirksstelle Bayern. Nürnberg - Würzburg nach Riga, Abfahrtsdatum: 29.11.1941, http://www.statistik-des-holocaust.de/OT411129-Wuerzburg3.jpg (02.06.2016);
Biografische Datenbank Jüdisches Unterfranken, Informationen zu Clara Krieger und ihren Angehörigen, http://www.historisches-unterfranken.uni-wuerzburg.de/juf/.
Autorin / Autor Hans-Peter Baum, Ingrid Sontag
Paten Das Nagelkreuz- Zentrum, Frau Johanna Falk, Herr Helmut Falk
   
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