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Natalie (Hannchen) Hamburger, geb. Kahn

   
geboren am 07.11.1872 in Heidelberg
Straße  Domstraße 26
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum23.09.1942
Todesdatum05.06.1943
TodesortTheresienstadt
   
deportiert am 23.09.1942 nach Theresienstadt und dort am 05.06.1943 ermordet
   
Natalie Hamburger wurde am 7.11.1872 als Natalie Kahn in Heidelberg geboren. Ihre Eltern waren der Rohproduktehändler Salomon Kahn und seine Frau Karoline, geb. Stein.
1895 heiratete Natalie Kahn in ihrer Geburtsstadt den Kaufmann Louis Hamburger (1871-1935) aus Bütthard/Ufr. Die junge Familie ließ sich in Kitzingen nieder, wo ihre Söhne Max (1897-1970) und Adolph (1901-1942) zur Welt kamen. Wenig später zog die Familie Hamburger nach Würzburg. Hier eröffnete Louis 1902 das „Manufakturwaren- und Restegeschäft Louis Hamburger“ im Kürschnerhof 4 und die Tochter Resi (1907-1981, verh. Nachmann) wurde geboren.
Louis Hamburger hatte Erfolg und es gelang ihm, das Manufakturen- und Restegeschäft um eine Mode- und Weißwarenabteilung sowie um eine Abteilung für Damenkonfektion zu erweitern. Zudem zog das Geschäft um und wurde in der Domstraße 26, also in bester Innenstadtlage, neu eröffnet. Auch Natalie arbeitete hier, und zwar als Prokuristin. Erst unter dem Druck der nationalsozialistischen Politik sah sich die Familie gezwungen, das Geschäft aufzugeben. Louis Hamburger starb 1935 und Natalie arbeitete seit dieser Zeit im Jüdischen Altersheim in der Konradstraße 3. Am 23.09.1942 wurde sie mit den Bewohnern dieses und des benachbarten Altersheims in der Dürerstraße 20 in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Hier starb die Siebzigjährige ein Dreivierteljahr später am 5.6.1943 aufgrund der unmenschlichen Lebensbedingungen.
Während ihrem ältesten Sohn Max und seiner Schwester Resi die Flucht in die USA gelungen war, erlitt Adolph Hamburger ein vergleichbares Schicksal wie seine Mutter. Er war bereits am 27. November 1941 nach Riga-Jungfernhof deportiert worden, wo er am 26.3.1942 ein Opfer der Massenerschießungen im Wald von Bikernieki wurde.
   
Quelle Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T. 1, S. 232f.;
Staatsarchiv Würzburg, Gestapoakte 833;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de830793, (27.05.2016);
Datenbank der Holocaust Opfer aus den böhmischen Ländern und von Häftlingen im Theresienstädter Ghetto aus Europa, http://www.holocaust.cz/de/opferdatenbank/opfer/13915-natalie-hamburger/ (27.05.2016);
Yad Vashem – The Central Database of Shoa Victims’ Names, Verfolgtenliste, http://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=de&s_lastName=hamburger&s_firstName=natalie&s_place=&itemId=10780073&ind=0&winId=8635788469281016907 (27.05.2016).
Autorin / Autor N.N. / Riccardo Altieri
Paten Das Siebold-Gymnasium /SMV, Hanna Hofmann
   
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