Alfred Jakob Strauss

   
geboren am 21.01.1909 in Würzburg
Straße  Kartause 9 1/4
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum13.02.1943
Todesdatumunbekannt
TodesortAuschwitz
   
Flucht 1933 nach Frankreich, verhaftet vermutlich 1942, interniert in Drancy, am 13.02.1943 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.
   
Alfred Jakob Strauss wurde als Sohn des Ehepaares Julius Strauss (Jg.1878) und seiner Frau Luzie, geb. Weil (1885-1932) in Würzburg am 21. Januar 1909 geboren. Seine Schwester Julia Therese kam am 17. Mai 1912 ebenfalls in Würzburg auf die Welt. Der Vater Julius Strauss hatte eine Ausbildung als Metzger durchlaufen und machte sich ab 1908 selbständig. Er eröffnete ein Geschäft in der Semmelstraße 26 und Mitte der 20er Jahre übernahm er die Metzgerei in der Wöllergasse 6. Die Mutter von Alfred Jakob stammte aus Straßburg, wo auch ihre Schwester Germaine lebte. So bestanden gute Kontakte nach Frankreich.
Alfred Jakob wurde Kaufmann und war als kaufmännischer Angestellter in Würzburg beschäftigt. In den Jahren 1927/1928 arbeitete er in New York. Er war Mitglied im 'Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold‘, einer Organisation zur Verteidigung der Weimarer Republik, von SPD, Zentrum und Deutscher Demokratischer Partei 1924 gegründet, die hauptsächlich von Sozialdemokraten getragen wurde. In Würzburg gab es dort zahlreiche jüdische Mitglieder. Ende Juni 1933 emigrierte er zu seiner Schwester Julia Therese nach Straßburg, die im selben Jahr in Chalon-sur-Saône Wilhelm Höhne heiratete. Dieser stammte ebenfalls aus Würzburg und war nichtjüdischer Herkunft. Das Ehepaar Höhne hatte eine Tochter mit Namen Marguerite, verheiratete Mundorf, die 1960 in Ridley Park/ USA lebte. 1938 beantragte Vater Julius Strauss laut Gestapoakte eine Unbedenklichkeitsbescheinigung, um zu seiner Tochter und seinem Sohn zu ziehen. Sie wurde ihm erteilt. So entkam er dem Holocaust und lebte 1955 in der Schweiz. Seine Kinder hatten weniger Glück.
Alfred wurde 1943 verhaftet und in Drancy interniert, seine Schwester ebenso. Am 13. Februar 1943 wurde Alfred Strauss, seine Schwester Julia am 29. April 1944 nach Auschwitz deportiert, wo beide ermordet wurden. Genaue Todesdaten sind nicht bekannt.
Biographie erstellt September 2009, überarbeitet Juli 2015.
   
Quelle Staatsarchiv Würzburg, Gestapoakten 1825, 1826, 15563, 15597;
Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, Teil 2, S. 617;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de978395 (2.7.2015).
Autorin / Autor gg, Gabriele Schiwon
Paten Familie Doris Rosi Endres-Schmitt
   
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