Hermann Wolf

   
geboren am 01.06.1878 in Creglingen/Württ.
Straße  Kartause 9 1/4
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum23.09.1942
Todesdatum23.03.1943
TodesortTheresiensatdt
   
am 23.09.1942 nach Theresienstadt deportiert und dort am 23.03.1943 ermordet
   
Hermann Wolf wurde am 1. Juni 1878 als Drittes von sieben Kindern des Ehepaares Josef Wolf (Craintal 1849–1925) und Berta Fechenbach (1853–1940) in Creglingen/ Württemberg geboren. Während sein Großvater dort als Schneider und Fruchthändler tätig war, übte sein Vater Josef Wolf den Beruf eines Handelsmannes für Möbel aus.

Hermann besuchte vermutlich die jüdische Schule in der Badgasse 3, die neben der Synagoge stand. Es ist anzunehmen, dass er nach Beendigung der Schulzeit in die Firma seines Vaters eintrat und auch als Handelsvertreter für Möbel arbeitete, denn als solcher war er ab 1913 im Würzburger Adressbuch in der Pleicherschulgasse Nr. 1 geführt. 1913 war er nach Würzburg gezogen. Im selben Jahr heiratete er Berta Oppenheimer aus Kleinheubach, wo sie am 1. August 1879 geboren wurde. Am 1. Weltkrieg 1914 – 1918 nahm er als Unteroffizier teil. In den folgenden Jahren arbeitete er wieder in seinem Beruf. 1929 zog er mit seiner Frau in die Juliuspromenade Nr. 5 und 1933 von dort in die Kartause 9 ¼.

Am 1. Mai 1943 mussten er und seine Frau die Wohnung verlassen und ins jüdische Altersheim in der Bibrastr. Nr. 6 umziehen. Ab 1939 leistete er Zwangsarbeit bei einer Baufirma und bei der Stadtverwaltung. Im Rahmen einer „Durchsuchung von Judenwohnungen“ am 2. Dezember 1940 wurde er wegen eines angeblichen Devisenvergehens zu einer Strafe von 501,80 RM verurteilt. Er hatte bei seiner Zwangsarbeit die geringe Entlohnung bar erhalten und nicht gemeldet.

Am 23. September 1943 wurde er zusammen mit seiner Frau nach Theresienstadt deportiert. Dort wurde er am 23. März 1943 ermordet.
   
Quelle Staatsarchiv Würzburg, Gestapoakte 17620;
Stadtarchiv Würzburg,Adressbücher 1913 – 1943;
Reiner Strätz, Biographísches Handbuch Würzburger Juden, Würzburg 1989, Teil 2, S. 676;
Archiv Creglingen, Frau Heuwinkel, archiv@creglingen.de (19.2.2016);
Hartmut Behr, Privatarchiv;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/993775 (26.06.2016);
Datenbank der Holocaust Opfer aus den böhmischen Ländern und von Häftlingen im Theresienstädter Ghetto aus Europa, http://www.holocaust.cz/de/opferdatenbank/opfer/36790-hermann-wolf/ (26.06.2016);
Yad Vashem – The Central Database of Shoa Victims’ Names, Gedenkblätter, http://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=en&itemId=3634657&ind=13 und http://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=en&itemId=1228131&ind=20 (26.06.2016);
Deportation der jüdischen Bevölkerung aus der Bezirksstelle Bayern. Nürnberg - Würzburg nach Theresienstadt, Abfahrtsdatum: 23.09. – 24.09.1942, http://www.statistik-des-holocaust.de/II26-25.jpg (22.06.2016).
Autorin / Autor gg, Aktualisierung April 2016 Ganriele Schiwon
Paten Die Ökumenische Jugendgruppe Heuchelhof d.Gethsemane-Gemeinde u.St.Sebastian-Gemeinde, Frau Kirsten Oldenburg
   
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