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Rosa Grünebaum, geb. Oppenheimer

   
geboren am 23.11.1883 in Kleinheubach/Ufr.
Straße  Kartause 9 1/4
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum27.11.1941
Todesdatum00.00.1942
TodesortRiga
   
deportiert am 27.11.1941 nach Riga und dort vermutlich 1942 ermordet
   
Rosa Grünebaum kam am 23.11.1883 im unterfränkischen Kleinheubach zur Welt. Ihre Eltern waren der Metzgermeister Isaak Oppenheimer (1844-1896) und seine Frau Therese, geb. Rothstein (1845-1927), die aus einer Kaufmannsfamilie in Mainstockheim stammte. Einige Jahre nach dem Tod des Vaters zog die Mutter im Jahr 1901 mit den jüngsten Kindern, darunter auch Rosa, nach Würzburg und wohnte am Pleicherkirchplatz 3.
Rosa Oppenheimer hatte sechs ältere Geschwister: Nathan, geb. 1871, Dorothea, geb. 1873, Moses, geb. 1875, Klara, geb. 1877, Berta, geb. 1879, und Sofie, geb. 1881, von denen Berta und Sofie als Damenschneiderinnen arbeiteten und wie die Mutter in Würzburg lebten.
Rosa heiratete im Jahr 1909 den Kaufmann Max Grünebaum und zog zu ihrem Mann nach Großkarben (Hessen) in die Bahnhofstraße 20. Dort kam 1910 die Tochter Beate (auch Blanka genannt) auf die Welt. Nach 25 Jahren Ehe starb Max Grünebaum 1934. Doch erst die brutalen Ausschreitungen während des Novemberpogroms 1938 veranlassten Rosa, Großkarben zu verlassen und mit ihrer Tochter nach Würzburg zu ziehen. Gemeinsam wohnten sie bei Rosas Schwester Berta und ihrem Mann Hermann Wolf in der Kartause 9 ¼.
Hier erhielten die 58-jährige Rosa und ihre Tochter Blanka Grünebaum drei Jahre später den Befehl, sich in der Schrannenhalle zur „Evakuation“ einzufinden. Am 27.11.1941 mussten sie mitten in der Nacht zum Güterbahnhof Aumühle laufen und wurden von dort über Nürnberg nach Riga deportiert. Im Außenlager Jungfernhof erlagen sie im Winter 1941/42 den unsäglichen Lebensbedingungen oder wurden Opfer der Massenerschießungen im Wald von Bikernieki. Hermann und Berta Wolf starben 1943/44 in Theresienstadt bzw. in Auschwitz.
Spätere Angaben von Verwandten, Rosa Grünebaum sei mit ihrer Tochter Beate auf der Flucht nach Westen gewesen und in den Pyrenäen von Wehrmachtssoldaten erschossen worden, sind vor diesem Hintergrund als unwahrscheinlich zu bezeichnen.
   
Quelle Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T. 1, S. 211;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de830793 (22.4.2016);
Herbert Schott u.a. (Hg.), Wege in die Vernichtung. Die Deportation der Juden aus Mainfranken 1941-1943. Begleitband zur Ausstellung des Staatsarchivs Würzburg und des Instituts für Zeitgeschichte München – Berlin in Zusammenarbeit mit dem Bezirk Unterfranken, München 2003, S. 91;
Elmar Schwinger, Deportation, Durchgangslager, Völkermord. Der Exodus der mainfränkischen Juden 1941-1944 (I), in: Mainfränkisches Jahrbuch für Geschichte und Kunst 66 (2014), S. 239-286, hier S. 267-270.
Elmar Schwinger, Deportation, Durchgangslager, Völkermord. Der Exodus der mainfränkischen Juden 1941-1944 (Teil 2), in: Mainfränkisches Jahrbuch für Geschichte und Kunst 67 (2015), S. 275-294, hier S. 276-283.
Andrej Angrick/ Peter Klein, Die „Endlösung“ in Riga. Ausbeutung und Vernichtung 1941-1944, Darmstadt 2006, S. 214-226, 342-345.
Margers Vestermanis, Über die Gedenkstätte der Naziopfer im Wald von Bikernieki, Riga, und zur Geschichte dieses Ortes, in: Lettischer Bote 175 (2010), übersetzt von Martin Grahl, http://www.volksbund.de/partner/deutsches-riga-komitee/ueber-die-gedenkstaette-der-naziopfer-im-wald-von-bikernieki.html (17.01.2016)
Statistik des Holocaust: http://www.statistik-des-holocaust.de/OT411129-Wuerzburg7.jpg (17.01.2017);
Yad Vashem: http://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=en&s_lastName=Oppenheimer&s_firstName=Rosa&s_place=Kleinheubach&itemId=4072672&ind=1&winId=4398741988384331861 (08.06.2016).
Autorin / Autor N.N. / Riccardo Altieri
Paten Herr Walter Howorka
   
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