Rigo Winterstein

   
geboren am 17.04.1943 in Würzburg
Straße  Am Pleidenturm 6
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum00.12.1943
Todesdatumunbekannt
TodesortAuschwitz
   
Anfang Dezember 1943 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet
   
Rigo war der Sohn von Karoline Winterstein (Jg. 1917) und Enkel des Korbmachers und Musikers Adolf Winterstein (1878-1940) und seiner Frau Elisabeth geb. Hofmann (1885-1945), der sich 1915 als erster der Familie in Würzburg niedergelassen hatte und seinen Enkel nicht mehr erlebt hatte. Rigo war der Jüngste von den drei Geschwistern. Sein Vater war ein Elektrotechniker aus Neunkirchen an der Saar, der ihre Mutter nicht heiraten konnte, weil Ehen zwischen „Deutschblütigen“ und Personen „artfremden Blutes“ verboten waren. Im Jahr 1937 war die Schwester Elisabeth zur Welt gekommen und 1940 die Schwester Sieglinde.
Vor seiner Geburt im April 1943 wurde die Mutter unter Druck gesetzt, in eine Sterilisation einzuwilligen, die sie angeblich vor einer Deportation bewahren sollte. Sie unterschrieb. Trotzdem wurde Karoline in der ersten Dezemberwoche 1943 verhaftet und zusammen mit dem wenige Monate alten Rigo und seiner Schwester Sieglinde nach Auschwitz deportiert. Bald darauf kam Ende März 1944 auch ihre Schwester Elisabeth mit der Großmutter dort an. Wegen einer Scharlacherkrankung war die Schwester der ersten Deportation entgangen. Die Kinder hatten bei den katastrophalen Lebensverhältnissen im Lager keinerlei Überlebenschancen. Sieglinde starb im KZ Auschwitz am 11. April 1944. Die Sterbedaten von Rigo und Elisabeth sind nicht bekannt. Mutter Karoline und Großmutter Elisabeth überstanden Auschwitz und wurden von dort noch über Ravensbrück und Mauthausen nach Bergen-Belsen verschleppt. Während die Großmutter dort nach der Befreiung im Mai 1945 vermutlich an Typhus starb, kehrte die Mutter Karoline im Sommer 1945 zu den wenigen Überlebenden der Familie nach Würzburg zurück.
Biographie erstellt Januar 2010, überarbeitet Juni 2016
   
Quelle Roland Flade, Dieselben Augen, dieselbe Seele. Theresia Winterstein und die Verfolgung einer Würzburger Familie im "Dritten Reich"(Veröffentlichungen des Stadtarchivs Würzburg, Bd.14). Würzburg, 2008.
Autorin / Autor NN, Ingrid Sontag
Paten Familie Günter Walz
   
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