Ida Lehmann

   
geboren am 23.10.1880 in Würzburg
Straße  Domerschulstraße 21
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum23.03.1942
Todesdatumunbekannt
TodesortRaum Lublin
   
am 23.3.1942 nach Izbica deportiert und im Raum Lublin ermordet
   
Ida Lehmann war das dritte Kind des Kultusbeamten Samson Lehmann (1847-1915), der aus Wenkheim stammte und seiner Frau Babette, geb. Finke (1854-1920) aus Theilheim. Vor ihr kam der Bruder Abraham (1877-1948) in Mönchengladbach auf die Welt, wo ihr Vater bis November 1878 Lehrer und Kantor war. Die ältere Schwester Fanny (Jg. 1879) und ihre jüngere Schwester Regine (1881-1942) wurden vermutlich in Würzburg geboren. Der Vater übte auch in Würzburg die Funktion des Kantors und Sekretärs in der Israelitischen Kultusgemeinde aus und wohnte bis zu seinem Tod 1915 mit seiner Familie im Gebäude der IKG in der Domerschulstraße 21. Daneben war er Lehrer für Stenographie, Handelswissenschaften und Neuere Sprachen an der ILBA. Er erwarb 1886 das Heimat- und Bürgerrecht in Würzburg.
Ida blieb ohne Beruf und wie ihre Schwester Regine unverheiratet. Sie wohnte bei ihren Eltern. Nach dem Tod des Vaters zog sie mit ihrer Mutter in die Sanderstraße 12. Dort wohnte sie auch noch nach dem Tod der Mutter bis 1930. Nach einer kurzen Zeit in der Friedenstraße 3 lebte sie bis November 1935 am Peterplatz 2, bevor sie vermutlich 1936/37 als Pfründnerin in das Altersheim in der Dürerstraße 20 umzog.
Idas Bruder Abraham (Arthur) wurde Architekt und lebte in Mannheim. Er emigrierte 1939 nach Italien zu seinem Sohn, wurde dort inhaftiert und ließ sich nach der Befreiung Italiens vom Faschismus im Staat New York nieder. Auch die Schwestern Fanny und Regine verließen Würzburg. Fanny war in Köln mit Bernhard Stern verheiratet und emigrierte vermutlich 1940 in die USA. Regine wurde Krankenschwester, soll nach Berlin gegangen sein und war nach 1923 Oberin im Israelitischen Frauenheim Bad Nauheim. Später zog sie vermutlich nach Mönchengladbach und wurde im April 1942 über Düsseldorf nach Izbica deportiert und ermordet.
Das Verhältnis zwischen den unverheirateten Töchtern Ida und Regina und der Mutter war eng. Das lässt sich aus den Grundlisten der Wohnungen ersehen, in denen Regina häufig für Wochen oder Monate bei den entsprechenden Adressen verzeichnet ist. Die Eintragungen lassen vermuten, dass sich Ida und ihre Mutter 1918 zeitweise in Bad Nauheim bei Regina aufgehalten haben und Ida sich im November 1935 vom Peterplatz nach Bad Nauheim abmeldete. Dafür spricht auch, dass sie in Bad Nauheim auf einer Liste von Holocaust-Opfern geführt ist. In der Meldekartei der Stadt ist sie allerdings nicht registriert.
Am 23.3.1942 wurde Ida Lehmann von Würzburg aus nach Izbica im Raum Lublin deportiert, wo sie vermutlich auch ermordet wurde.
Zwei Gedenkseiten in Yad Vashem wurden von Nachkommen ihres Bruders Abrahams und ihrer Schwester Fanny angelegt, die den Verfolgungen entkommen konnten.
   
Quelle Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T.1, S. 338;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de910288 (30.5.2016);
Angaben zu den im Text erwähnten Angehörigen, die Opfer der Shoa wurden, finden sich im Namensverzeichnis des Gedenkbuchs;
Yad Vashem, Zentrale Datenbank der Namen der Holocaust Opfer, Gedenkblatt Yad Vashem, http://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de&s_lastName=Lehmann&s_firstName=&s_place=W%C3%BCrzburg (30.5.2016);
Biographische Datenbank Jüdisches Unterfranken, Informationen zu Ida Lehmann und ihre Angehörigen, http://www.historisches-unterfranken.uni-wuerzburg.de/juf/, (30.5.2016);
Das Holocaust Erinnerungsmal in Bad Nauheim, http://www.holocaust-erinnerungsmal-badnauheim.com/einzelerw%C3%A4hnung/lehmann-ida/ (30.5.2016).
Autorin / Autor NN, Ingrid Sontag
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