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Berta Heinemann

   
geboren am 15.11.1922 in Poppenlauer/Ufr.
Straße  Augustinerstraße 4
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum27.11.1941
Todesdatumunbekannt
TodesortRiga
   
deportiert am 27.11.1941 nach Riga und vermutlich dort ermordet
   
(Karoline) Berta Heinemann wurde am 15.11.1922 in Poppenlauer geboren. Ihre Eltern waren der Kaufmann Arnold Heinemann (1876-1941/44) und dessen erste Frau Bertha, geb. Stern (1892-1922). Da Bertas Mutter im Wochenbett starb, heiratete ihr Vater zwei Jahre später in Darmstadt Frieda Wolff (1893-1942). Gemeinsam hatte das Paar zwei Kinder, Bertas Halbgeschwister Kurt (1925-1944/45) und Inge (1926-1941/44). 1929 zog die Familie von Poppenlauer nach Würzburg in die Augustinerstr. 4.
Vermutlich besuchte Berta die jüdische Elementarschule in Würzburg. Im Anschluss arbeitete sie im Bereich der Pflege und der Hauswirtschaft, den einzigen Tätigkeitsfeldern, die jungen jüdischen Frauen noch offen standen. An eine Beschäftigung als Kindermädchen 1937 schlossen sich Ende 1938 wenige Monate im Israelitischen Altersheim in Kassel an, gefolgt von knapp zwei Jahren als Hausangestellte bei der verwitweten Jenny Hausmann (März 1939 bis Januar 1941) in Würzburg. Während dieser Zeit bewarb sich Berta – wohl vergeblich – für das Kindergärtnerinnenseminar in Berlin. Ab Juli 1941 schließlich musste sie im Alters- und Siechenheim in der Dürerstraße 20 arbeiten. Abgesehen von den Monaten in Kassel scheint Berta überwiegend bei ihrer Familie in der Augustinerstr. 4, zeitweilig aber auch in der Kapuzinerstr. 21 bei Jenny Hausmann gewohnt zu haben, die dort bis Oktober 1941 lebte. Mit der Familie musste Berta im Juni 1941 in das „Judenhaus“ Bibrastr. 17 umziehen.
Wie ihre Eltern und ihre Halbgeschwister wurde Berta Heinemann am 27.11.1941 über Nürnberg nach Riga-Jungfernhof deportiert, wo sie wahrscheinlich vor dem 26.3.1942 aufgrund der unmenschlichen Lebensbedingungen oder bei den Massenerschießungen im Wald von Bikernieki ums Leben kam. Das genaue Todesdatum ist wie bei ihren Angehörigen unbekannt. Lediglich ihr Bruder Kurt Sußmann lebte noch bis 1944 oder sogar 1945 und wurde im Konzentrationslager Stutthof bei Danzig oder auf einem der Todesmärsche ermordet.
   
Quelle Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, Bd. 1, S. 249;
Staatsarchiv Würzburg, Gestapoakten 833, 835, 13202;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de856130 (25.4.2016);
Elmar Schwinger, Deportation, Durchgangslager, Völkermord. Der Exodus der mainfränkischen Juden 1941-1944 (I), in: Mainfränkisches Jahrbuch für Geschichte und Kunst 66 (2014), S. 239-286, hier S. 267-270.
Elmar Schwinger, Deportation, Durchgangslager, Völkermord. Der Exodus der mainfränkischen Juden 1941-1944 (Teil 2), in: Mainfränkisches Jahrbuch für Geschichte und Kunst 67 (2015), S. 275-294, hier S. 276-283.
Andrej Angrick/ Peter Klein, Die „Endlösung“ in Riga. Ausbeutung und Vernichtung 1941-1944, Darmstadt 2006, S. 214-226, 342-345.
Margers Vestermanis, Über die Gedenkstätte der Naziopfer im Wald von Bikernieki, Riga, und zur Geschichte dieses Ortes, in: Lettischer Bote 175 (2010), übersetzt von Martin Grahl, http://www.volksbund.de/partner/deutsches-riga-komitee/ueber-die-gedenkstaette-der-naziopfer-im-wald-von-bikernieki.html (17.01.2016).
Autorin / Autor N.N. / Riccardo Altieri
Paten Frau Gertrud Sauer
   
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