Leib (Leopold) Last

   
geboren am 15.12.1874 in Ulanow
Straße  Peterstraße 1
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum11.05.1943
Todesdatumunbekannt
TodesortSobibor
   
am 11. Mai 1943 von Westerbork nach Sobibor deportiert, wo er vermutlich am 14.05.1943 umgebracht wurde.
   
Leopold Last wurde am 15.12.1874 in Ulanov (Donaumonarchie/heute Polen) als Kind des Ehepaars Süssel und Esther Last, geb. Ausübel geboren. Sein Vater war Buchbinder in dieser kleinen Stadt in Galizien, die seit Anfang des 17. Jahrhunderts eine stetig wachsende jüdische Bevölkerung hatte.
Leopold Last heiratete um 1900 Selma Einhorn aus Wisnicz in der Bukowina. Sie wurde dort am 27.10.1870 geboren. Leopold Last verließ mit seiner Frau die Heimat und ließ sich vermutlich kurze Zeit in Mannheim nieder, wo sein erster Sohn Jakob am 15. Januar 1901 geboren wurde. 1903 zog das Paar nach Würzburg in die Peterstraße 1. Zusammen mit seiner Frau betrieb er einen Handel mit Bildern, Uhren, Spiegeln, später auch mit Schnittwaren. 1910 eröffnete er das Möbelgeschäft „Leopold Last“ in der Herzogenstraße 2, dann in der Sanderstraße 9. Das Ehepaar bekam außer dem ersten Sohn Jakob noch vier weitere Kinder: Hanna (1903-1909), Rosa (Jg. 1905), Max Mendel (Jg. 1907) und Philipp (Jg.1910). Alle vier Kinder wurden in Würzburg geboren.
In den Jahren 1916 – 1918 nahm er in der österreichischen Armee, die mit der deutschen verbündet war, am ersten Weltkrieg teil.
Bereits 1933 – nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten – emigrierte er mit seiner Familie nach Holland. Bis 1941 lebte er in Amsterdam in der Jekerstraat 53 I. Als die Deutschen Holland besetzten, wurde er in Westerbork interniert und von dort am 11. Mai 1943 nach Sobibor deportiert. Dort wurde er kurze Zeit später umgebracht. Als vermutliches Todesdatum wird der 14.05.1943 angegeben.
Seine Ehefrau und Jakob wurden ebenfalls in Sobibor umgebracht, Max Mendel und Philipp in Auschwitz. Allein Rosa, ihr Mann Arthur Löwenstein und Tochter Ingrid (Inge), 1930 in Würzburg geboren, überlebten in den USA nachdem sie 1939 von Rotterdam aus emigrieren konnten.
Biografie erstellt Januar 2010, überarbeitet Oktober 2016.
   
Quelle Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T. 1, S. 329, 355;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/908833 (02.06.2016);
Yad Vashem – The Central Database of Shoa Victims’ Names, Gedenkblatt,http://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=en&s_lastName=last&s_firstName=leopold&s_place=&itemId=1307341&ind=2&winId=-421745801825558586(02.06.2016);
Joodsmonument, Datenbank der Opfer der Shoa aus den Niederlanden, https://www.joodsmonument.nl/en/page/199334/leib-last (02.06.2016);
sztetl.org.pl – virtual shtetl, town of Ulanow; Suche nach Einwanderungsdaten für Familie Löwenstein bei familysearch, https://familysearch.org/ark:/61903/3:1:33S7-95NZ-P2J?i=616&wc=MFK7-LM9%3A1030094101%3Fcc%3D1923888&cc=1923888. Yad Vashem – The Central Database of Shoa Victims’ Names, Gedenkblatt, http://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=en&s_lastName=last&s_firstName=leopold&s_place=&itemId=1307341&ind=2&winId=-421745801825558586 (02.06.2016);
Joodsmonument, Datenbank der Opfer der Shoa aus den Niederlanden, https://www.joodsmonument.nl/en/page/199334/leib-last (02.06.2016).
Autorin / Autor gg, Gabriele Schiwon
Paten Frau Antje Julke, Herr Frank Julke
   
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