Michael Weinberger

   
geboren am 15.09.1931 in Würzburg
Straße  Keesburgstraße 20
Stadtteil Frauenland
Deportationsdatum17.06.1943
Todesdatum30.06.1943
TodesortAuschwitz
   
deportiert am 17.06.1943 nach Auschwitz und dort am 30.06.1943 ermordet
   
Michael Weinberger war der Sohn von Karl Weinberger, Erster Staatsanwalt in Würzburg, und seiner Ehefrau Ruth. Nach allem, was wir über seine Familie wissen, hatte Michael eine sorglose, behütete Kindheit. Er entstammte einer gänzlich assimilierten Familie, die ihre fränkische Heimat und die deutsche Kultur sehr liebte und dieses Gefühl auch ihren Kindern vermitteln konnte. Wir wissen, dass Michael, in der Familie "Micheli" genannt, ein gesunder, frischer Junge war, der natürlich unter einer 1939 erlassenen Regelung litt, dass jüdische Kinder nicht im Freien spielen durften. Seine Eltern schickten ihn zu Verwandten nach Marburg, wo niemand wusste, dass er Jude war und er so mit anderen Kindern überall spielen konnte.

Versehentlich sagte er diesen Kindern selbst, dass er Jude war und wenig später wurden den Verwandten Repressalien angedroht; so musste Michael nach Würzburg zurückkehren. Nach dem Tode seines Vaters wollte er seine Mutter und seine kleine Schwester beschützen, nachdem die Familie gezwungen worden war, in das "Judenhaus" Bibrastraße 6 zu ziehen; er half viel im Haushalt.

Am 17. Juni 1943 wurde er mit seiner Mutter und seiner Schwester nach Auschwitz deportiert. Nachdem dort keine Registrierung vorliegt, ist anzunehmen, dass sie alle sofort ins Gas geschickt wurden. Das Todesdatum 30. Juni 1943 ist ein Sammeldatum für alle nicht exakt datierbaren Todesfälle im Juni 1943 in Auschwitz.
   
Quelle Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, S. 660;
Elisabeth Hickman, Let One Go Free, Newark (GB) 2003;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/988010 (26.06.2016);
Yad Vashem – The Central Database of Shoa Victims’ Names, Gedenkblatt, http://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=en&itemId=1053031&ind=0 (26.06.2016).
Autorin / Autor Hans-Peter Baum
Paten Das Matthias-Grünewald-Gymnasium, Christoph Ries
   
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