Emma Goldstein, geb. Hirschmann

   
geboren am 30.01.1877 in München
Straße  Kapuzinerstraße 21
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum25.04.1942
Todesdatumunbekannt
TodesortRaum Lublin
   
am 25.4.1942 nach Krasniczyn deportiert und im Raum Lublin ermordet
   
ÜEmma Goldstein wurde 1877 in München geboren. Sie war die zweitälteste Tochter des Metzgers Jakob Hirschmann (1846-1919) aus Steppach bei Augsburg und seiner Ehefrau Sophie geb. Friedlein (1845-1934). Die Familie der Mutter stammte aus Allersheim bei Würzburg. Vor Emma kam ihre Schwester Sabine (1872-1944) und nach ihr die Geschwister Jenny (1878-1942/43), Joachim (Jg. 1880) und Sigmund (Jg.1882) in München zur Welt. Wann die Familie nach München zog, ist unbekannt.
Emma heiratete im September 1898 in Nymphenburg den Kaufmann Hermann Goldstein (1871-1922), der aus Nürnberg stammte und hat dort mit ihm gelebt. Das Ehepaar hatte zwei Kinder: Wilhelm wurde am 24.8.1900 geboren und Fritz am 9.12.1902. Emmas Mutter zog nach dem Tode des Vaters 1919 zeitweise zu ihren Töchtern Emma Goldstein und Sabine Löwinsohn in Nürnberg und Jenny Hausmann in Würzburg. Sie kehrte aber offensichtlich nach München zurück, wo sie begraben ist. Als Emma Witwe wurde, verdiente sie ihren Lebensunterhalt als Vertreterin.
Im Juli 1933 zog Emma zu ihrer verwitweten Schwester Jenny nach Würzburg, bei der sie zuerst in der Wallgasse 4, ab November 1935 in der Kapuzinerstraße 21 und anschließend ab Oktober 1941 in der Hofmeierstraße 9 wohnte. Sie war Mitglied im Jüdischen Kulturbund.
Zusammen mit ihrer Schwester wurde sie am 25.4.1942 nach Krasniczyn deportiert und vermutlich bald darauf im Raum Lublin ermordet.
Ihre Schwester Sabine starb, nachdem sie von Theresienstadt nach Auschwitz verschleppt wurde, vermutlich 1944. Das Schicksal ihrer Brüder ist unklar. Joachim konnte möglicherweise 1939 in die USA emigrieren. Sigmund hatte im Jahr 1904 an der gleichen Adresse wie Jennys Ehemann in Würzburg gewohnt. Sein weiteres Schicksal ist nicht bekannt.
Emmas Sohn Wilhelm lebte in Hamburg und war von dort aus 1943 nach Theresienstadt und 1944 nach Auschwitz verschleppt worden. Über das Schicksal des Sohnes Fritz war nichts herauszufinden.
Biographie erstellt September 2010, überarbeitet Mai 2016.
   
Quelle Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900 – 1945 , Schöningh Verlag 1989, Würzburg, T. 1, S. 200, S. 241;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/876965 (5.5.2016);
Angaben zu den im Text erwähnten Angehörigen, die Opfer der Shoa wurden, finden sich im Namensverzeichnis des Gedenkbuchs;
Stadtarchiv Würzburg, Adressbücher 1896 – 1941 und Grundlisten Heinestraße 9, Wallgasse 4, Kapuzinerstraße 21;
Stadtarchiv Nürnberg (Mail-Auskunft von Gerhard Jochem am 13.5.2016);
Stadtarchiv München, Biographisches Gedenkbuch der Münchner Juden 1933-1945 http://www.muenchen.de/rathaus/gedenkbuch/gedenkbuch.html (16.5.2016);
List of Nuremberg’s Victims of Shoah (cont.) http://www.jewishgen.org/yizkor/Nuremberg/nur008.html (16.5.2016);
Foto: Stadtarchiv München, Biographisches Gedenkbuch.
Autorin / Autor NN, Ingrid Sontag
Paten Der Club der lebenden Dichter e.V., Herr Berthold Schmitt
   
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