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Eva Thalheimer, geb. Lehmann

   
geboren am 29.04.1857 in Würzburg-Heidingsfeld
Straße  Kapuzinerstraße 21
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum23.09.1942
Todesdatum00.00.1942
TodesortTreblinka
   
deportiert am 23.09.1942 nach Theresienstadt, weiter deportiert am 22.10.1942 nach Treblinka und dort ermordet
   
Eva Thalheimer wurde am 29. April 1856 in Heidingsfeld als Eva Lehmann geboren. Sie heiratete den Viehhändler Salomon Thalheimer, mit dem sie zwei Kinder hatte. Ihr Sohn Leo kam am 20.6.1878 in Veitshöchheim auf die Welt. Er arbeitete zunächst als Kaufmann, dann als Bankier und lebte wie die Mutter in der Kapuzinerstraße 21 in Würzburg. Ihm gelang im Januar 1939 gemeinsam mit seiner Familie die Flucht nach New York.
Die Tochter Lina wurde am 21.2.1880 geboren. Sie war mit dem Bankier Louis Hofmann verheiratet und lebte mit ihm und ihren beiden Söhnen in Bad Kissingen. Nach dem Tod ihres Mannes, der im April 1933 „in Schutzhaft“ ermordet wurde, zog Lina nach Würzburg zu ihrer verwitweten Mutter in die Kapuzinerstraße 21. Ihren Söhnen Martin (1912-um 1970) und Ernst (1915-2002) Hofmann gelang 1935/36 die Flucht in die USA.
Im September 1940 zwang man Eva Thalheimer, ihr Haus in der Kapuzinerstraße 21 weit unter Wert zu verkaufen. Drei Monate später wurde ihre Wohnung von der Gestapo durchsucht. Seit Februar 1941 lebten Mutter und die schwerkranke Tochter dann gemeinsam im Altersheim in der Konradstraße 3. Lina Hofmann erlag dort am 29.9.1941 ihrem Krebsleiden. Eva Thalheimer zog im April 1942 in das Altersheim in der Dürerstraße 20 um.
Von dort wurde sie am 23.9.1942 in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Schon nach weniger als einem Monat erfolgte am 22.10.1942 der Weitertransport in das Vernichtungslager Treblinka, wo sie aufgrund ihres hohen Alters von 86 Jahren wohl kurz nach der Ankunft ermordet wurde. Ein exaktes Todesdatum ist nicht dokumentiert.
   
Quelle Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T. 1, S. 273; T. 2, S. 632;
Staatsarchiv Würzburg, Gestapoakte 15894;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de981119 (08.06.2016);
Deportationsliste, http://www.statistik-des-holocaust.de/II26-24.jpg (08.06.2016);
Biographische Datenbank Jüdisches Unterfranken (08.06.2016);
Schwinger, Elmar, Deportation, Durchgangslager, Völkermord. Der Exodus der mainfränkischen Juden 1941-1944 (I), in: Mainfränkisches Jahrbuch für Geschichte und Kunst 66 (2014), S. 239-286, hier S. 273-279;
Elmar Schwinger, Deportation, Durchgangslager, Völkermord. Der Exodus der mainfränkischen Juden 1941-1944 (Teil 2), in: Mainfränkisches Jahrbuch für Geschichte und Kunst 67 (2015), S. 275-294, hier S. 288-294.
Autorin / Autor N.N. / Riccardo Altieri
Paten Frau Prof.Dr. Mirjam Schambeck
   
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