Dr. Dr. Max (1) Frank

   
geboren am 22.03.1878 in Würzburg
Straße  Kaiserstraße 1
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum23.09.1942
Todesdatum08.07.1944
TodesortTheresienstadt
   
am 23.09.1942 nach Theresienstadt deportiert und dort am 08.07.1942 ermordet
   
Max Franks Eltern waren der Kaufmann Isaak Frank (1839-1884) aus Estenfeld und seine Frau Sara, geb. Jost (Jg. 1849), die seit 1876 in Würzburg ansässig waren. Nach ihm kamen seine Schwestern Selma (Jg. 1879) und Frieda (1880-1910), sowie die Brüder Hermann (Jg. 1881) und Julius (1883-1890) auf die Welt.
Max besuchte nach vier Jahren Volksschule das Alte Gymnasium und studierte an der Würzburger Universität ab dem Wintersemester 1895 Zahnmedizin und legte im Wintersemester 98 die zahnärztliche Staatsprüfung ab. Als Student wohnte er in der Domerschulstraße 21. Anschließend im Oktober 1899 ließ er sich mit eigener Praxis in der Juliuspromenade 27 nieder (später in Barbarossaplatz 3 umbenannt), wo er auch wohnte. Nach dem Studium der Zahnmedizin war er außerdem als Assistent an der Universitäts-Zahnklinik beschäftigt und wurde zum Kieferchirurgen ausgebildet. Vom Sommersemester 1904 an widmete er sich einem naturwissenschaftlichen Studium mit Schwerpunkt auf der Mineralogie. Im Jahr 1909 erwarb er den Doktortitel.
Im Jahr 1908 heiratete er in Kitzingen Meta Eisemann (1885-1944), deren Vater dort Bäckermeister war. Ihre Tochter Margret wurde 1910 geboren.
Das Bürger- und Heimatrecht hatte er 1911 erworben. Den Kriegsdienst konnte er 1915-1918 als Kriegszahnarzt und stellvertretender Abteilungsleiter an der militärischen Zahnstation und am zahnärztlichen Institut in Würzburg ableisten. Von Herbst 1920 bis zum Sommer 1921 holte er die von der neuen Studienordnung verlangten medizinischen Semester nach und promovierte anschließend und erwarb noch einen medizinischen Doktortitel.
Tochter Margret trat in die Fußstapfen ihres Vaters und wurde ebenfalls Zahnärztin. Ihr Examen konnte sie 1934 noch ablegen, wurde dann aber nicht mehr als Ärztin approbiert und fand auch keinen Doktorvater mehr. Sie konnte nur noch einige Zeit als Zahntechnikerin in der Praxis ihres Vaters arbeiten. Verheiratet seit 1936 mit Leo Rosenthal aus Kitzingen, emigrierten beide Dezember 1938 über die Schweiz und Italien in die USA.
Max Frank wurde später wegen seines fachlichen Wissens von seinen Kollegen an der Universität zur Beratung zugezogen. Neben seinem Beruf war er am Kunstleben Würzburgs interessiert und engagierte sich als Mäzen. Im Jahr 1938 erteilte das NS-Regime ihm Berufsverbot. Die Franks mussten bald darauf im Mai 1939 die Wohnung verlassen und in die Friedenstraße 26 in eines der Ghettohäuser und von dort im Oktober 1941 ins Jüdische Altersheim in der Konradstraße 3 umziehen.
Am 23.9.1942 wurde Max zusammen mit seiner Frau Meta nach Theresienstadt deportiert, wo er am 8.7.1944 ums Leben kam. Bald nach seinem Tod wurde seine Frau noch im Oktober 1944 nach Auschwitz verschleppt, wo sie bald darauf umgebracht wurde.
Max Bruder, der Urologe Dr. Hermann Frank hatte in Nürnberg gelebt und war während des Sommers in Bad Brückenau beschäftigt. Er wurde 1941 nach Riga-Jungfernhof deportiert. Seine Schwester Selma Grünbaum kam mit einem Transport im März 1942 nach Izbica. Beide wurden ermordet und gelten als verschollen. Die anderen Geschwister waren bereits vor der NS-Zeit verstorben.
Biographie erstellt September 2010, überarbeitet Mai 2016
   
Quelle Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T.1, S.156-157, 160, 162, 210, T. 2, S. 482, 483;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de868478 (26.4.2016);
Angaben zu den im Text erwähnten Angehörigen, die Opfer der Shoa wurden, finden sich im Namensverzeichnis des Gedenkbuchs;
Stadtarchiv Würzburg, Adressbücher 1910 – 1941, Grundlisten Barbarossaplatz 3, Friedenstraße 26;
Universitätsarchiv Würzburg, Studierendenverzeichnisse der Universität Würzburg 1897-1900;
Max Frank, Beiträge zur Kenntnis der krystallographischen Eigenschaften einiger Verbindungen des Aethylendiamins, Würzburg 1909;
Max Frank, Beitrag zur Kenntnis der follikulären Cysten, Würzburg 1921;
Biographische Datenbank Jüdisches Unterfranken, Informationen zum Ehepaar Frank und ihren Angehörigen, http://www.historisches-unterfranken.uni-wuerzburg.de/juf/.
Autorin / Autor NN, Ingrid Sontag
Paten Herr Dr. Stefan Blasius, Frau Petra Blasius
   
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