Meta Frank, geb. Eisenmann

   
geboren am 09.01.1885 in Kitzingen
Straße  Kaiserstraße 1
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum23.09.1942
Todesdatum00.00.1944
TodesortAuschwitz
   
am 23.9.1942 nach Theresienstadt deportiert, am 12.10.1944 weiter nach Auschwitz und dort vermutlich bald darauf ermordet
   
Meta Eisemann war die Tochter des Bäckermeisters Isaac Eisemann (1856–1933) aus Maßbach und Babette Frankenthal (1861-1938) aus Schwanfeld. Metas Vater war 1881 nach Kitzingen gezogen und in erster Ehe mit Klara Frankenthal verheiratet, die kurz nach der Geburt ihrer Tochter Paula (1882-1942) starb. Wenige Jahre später heiratete der junge Witwer seine Schwägerin Babette und bald darauf kam Meta auf die Welt. Nach Verkauf seiner Bäckerei betrieb Metas Vater bis zu seinem Tod eine Weinhandlung.
1908 heiratete Meta in Kitzingen den Würzburger Zahnarzt und Kieferchirurgen Dr. Dr. Max Frank und lebte mit ihm in der Juliuspromenade 27 (später in Barbarossaplatz umbenannt). Die Tochter Margret wurde 1910 geboren. Über das Leben von Meta Frank ist kaum etwas überliefert. Vermutlich im Jahr 1911 eröffnete Matas Mann eine große Privatpraxis im gleichen Haus.
Tochter Margret trat in die Fußstapfen ihres Vaters und wurde ebenfalls Zahnärztin. Ihr Examen konnte sie 1934 noch ablegen, wurde dann aber nicht mehr als Ärztin approbiert und fand auch keinen Doktorvater mehr. Sie konnte nur noch einige Zeit als Zahntechnikerin in der Praxis des Vaters arbeiten. Sie war seit 1936 mit Leo Rosenthal aus Kitzingen verheiratet und wohnte ganz in der Nähe ihrer Großmutter Babette Eisemann. Diese gehörte 1938 zu den Opfern des Novemberpogroms: Ein Schlägertrupp verwüstete ihre Wohnung und sie erlitt einen Schlaganfall, von dem sie sich nicht mehr erholte. Margret und ihr Ehemann konnten Ende 1938 in die Schweiz fliehen und mit dessen Eltern und Bruder Ende 1939 über Italien in die USA emigrieren.
Meta und ihr Mann Max mussten im Juni 1939 in die Friedenstraße 26 umziehen, ein sog. Ghettohaus, und von dort im Oktober 1941 in das Jüdische Altersheim in der Konradstraße 3.
Am 23.9.1942 wurde Meta zusammen mit ihrem Ehemann Max nach Theresienstadt deportiert. Auf Postkarten dürfen positive Lebenszeichen verschickt werden, so im Juni 1943 und Februar 1944: „Wir sind gesund und uns geht es gut“ –„Post und Liebespakete kommen hier an“. Bald nachdem eine letzte Nachricht von ihr beim Adressaten ankommt, stirbt ihr Mann an den unmenschlichen Lebensbedingungen und sie selbst wird am 12.10.1944 weiter nach Auschwitz deportiert, wo sie vermutlich kurz nach ihrer Ankunft ermordet wurde. Auch Metas Stiefschwester Paula Rothstein wurde Opfer der Shoa 1942.
Biographie erstellt September 2010, überarbeitet Mai 2016
   
Quelle Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T.1, S. 160, T. 2, S. 482, 483;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de868493 (26.4.2016);
Angaben zu den im Text erwähnten Angehörigen, die Opfer der Shoa wurden, finden sich im Namensverzeichnis des Gedenkbuchs;
Stadtarchiv Würzburg, Adressbücher 1910 – 1941, Grundlisten Barbarossaplatz 3, Friedenstraße 26;
M. Schneeberger, Gedenkbuch Kitzingen, YISKOR, Zum Gedenken an die in der Schoah ermordeten Kitzinger Juden, unter Mitarbeit von C. Reuter und E. Schwinger, S. 151-154, Kitzingen 2011;
Roland Flade, Die Würzburger Juden. Ihre Geschichte vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Mit einem Beitrag von Ursula Gehring-Münzel, 2. erw. Aufl., Stürtz Verlag Würzburg 1987, S. 358;
Biographische Datenbank Jüdisches Unterfranken, Informationen zum Ehepaar Frank und ihren Angehörigen.
Foto: Stadtarchiv Kitzingen
Autorin / Autor NN, Ingrid Sontag
Paten Herr Dr. Stefan Blasius, Frau Petra Blasius
   
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