zurück

Karl Hecht

   
geboren am 09.11.1872 in Sulzdorf a.d.Lederhecke/Ufr.
Straße  Schillerstraße 2
Stadtteil Sanderau
Deportationsdatum23.09.1942
Todesdatum12.11.1943
TodesortTheresienstadt
   
deportiert am 23.09.1942 nach Theresienstadt und dort am 12.11.1943 ermordet
   
Karl Hecht wurde am 9.11.1872 in Sulzdorf an der Lederhecke geboren. Seine Eltern waren der Landwirt Michael Hecht und dessen Frau Amalie, geb. Brandis. Karl Hecht besuchte die Volks- und eine Fortbildungsschule und begann danach eine Ausbildung zum Weinkaufmann. Mit 22 Jahren zog er nach Würzburg und gründete seine eigene Firma unter dem Namen „Karl Hecht, Verkauf von Süßweinen und Spirituosen en gros“.
Drei Jahre später, 1897, heiratete er Charlotte Steinberger (1876-1942), deren Vater Moritz (1850-1916) selbst eine Weinhandlung in der Theresienstraße 4 besaß. Die Ehe blieb kinderlos. Gemeinsam mit seiner Frau Charlotte führte Karl Hecht seine Weinhandlung in der Schillerstraße 2, bis er das Geschäft 1931 aus gesundheitlichen Gründen – er litt an einer Herzkrankheit – schließen musste.
Nach dem erfolglosen Versuch, ein Visum für die USA zu erlangen, wurde Karl Hecht im Zuge des „Novemberpogroms“ am 10.11.1938 festgenommen und sechs Tage später in das KZ Dachau verlegt. Nach vier Tagen konnte er wieder nach Würzburg zurückkehren. Im Dezember 1940 wurde das Haus der Hechts in der Schillerstraße während einer Razzia von der Gestapo durchsucht und ein Jahr später zwangsversteigert. Zuletzt lebten Karl und Charlotte Hecht im Altersheim in der Konradstraße 3, das zum „Judenhaus“ umfunktioniert worden war.
Karl Hecht wurde wie viele ältere Würzburger Juden am 23.9.1942 in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Seine Frau Charlotte entging diesem Schicksal, weil ihr Leben dreizehn Tage vor der Deportation am 10.9.1942 noch in Würzburg endete. Ob sie den Freitod gewählt hatte, um der Deportation zu entgehen, ist nicht bekannt. Karl Hecht starb am 12.11.1943 mit 71 Jahren aufgrund der unmenschlichen Lebensbedingungen in Theresienstadt.
   
Quelle Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T. 1, S. 242; T. 2, S. 583;
Staatsarchiv Würzburg, Gestapoakte 571;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de857655 (22.04.2016);
Datenbank der Holocaust Opfer aus den böhmischen Ländern und von Häftlingen im Theresienstädter Ghetto aus Europa, http://www.holocaust.cz/de/opferdatenbank/opfer/14292-karl-hecht/ (27.05.2016);
Yad Vashem – The Central Database of Shoa Victims’ Names, Liste der nach Theresienstadt deportierten Juden, http://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=en&s_lastName=hecht&s_firstName=karl&s_place=wuerzburg&itemId=4766516&ind=1&winId=6707358983382290497 (27.05.2016);
Schwinger, Elmar, Deportation, Durchgangslager, Völkermord. Der Exodus der mainfränkischen Juden 1941-1944 (I), in: Mainfränkisches Jahrbuch für Geschichte und Kunst 66 (2014), S. 239-286, hier S. 273-279;
Elmar Schwinger, Deportation, Durchgangslager, Völkermord. Der Exodus der mainfränkischen Juden 1941-1944 (Teil 2), in: Mainfränkisches Jahrbuch für Geschichte und Kunst 67 (2015), S. 275-294, hier S. 288-294.
Autorin / Autor N.N. / Riccardo Altieri
Paten Frau Therese Eich
   
zurück