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Emma Wertheim, geb. Nürnberger

   
geboren am 27.05.1878 in Nürnberg
Straße  Schillerstraße 2
Stadtteil Sanderau
Deportationsdatum25.04.1942
Todesdatumunbekannt
TodesortRaum Lublin
   
dam 25.4.1942 nach Krasniczyn deportiert und im Raum Lublin ermordet
   
Emma war eine Tochter des Kaufmanns Josef Nürnberger und seiner Frau Fanny geb. Bernet und stammte aus Nürnberg. Zwei ihrer jüngeren Geschwister sind bekannt: Die Schwester Elisa Metzger (1881-1941/42) und der Bruder Dr. Julius Nürnberger (1883-1952), ein angesehener und bekannter Rechtsanwalt in Nürnberg, dessen Frau keine Jüdin war, so dass er von Deportationen ausgenommen war und die NS-Zeit überlebte. Von 1947-1951 war er Mitglied im Bayerischen Senat. Über die übrige Familie ist nichts bekannt.
Emma heiratete 1908 den Weinhändler Moses Wertheim, der in Kitzingen aufgewachsen war und in der Würzburger Weinhandlung seines Onkels Jakob Fernberger in der Sanderstraße 7 erst eine Ausbildung absolvierte hatte und 1908 dessen Teilhaber geworden war. 1909 wurde ihr Sohn Ludwig geboren. Der Zwillingsbruder Heinz war bei der Geburt gestorben. 1914 eröffnete Emmas Mann seine eigene Weinhandlung in der Schillerstraße 2, wo das Ehepaar auch wohnte.
Im Zuge des Novemberpogroms 1938 wurde ihr Mann verhaftet, nach Dachau überstellt und am 17.11. wieder entlassen mit der Anweisung, sein Geschäft aufzulösen und ein Grundstück in Nürnberg zu verkaufen, das Emma zusammen mit ihrem Bruder geerbt hatte.
Im Jahr 1939 wurde die Firma liquidiert. Emmas Mann Moritz war inzwischen schwer herzkrank geworden und hatte 1934 seinen Bruder Salomon in sein Geschäft und in die Wohnung mit aufgenommen, der auch das Ende der Firma in die Wege leiten musste. Im April 1941 mussten die Wertheims in die Hindenburgstraße 36 umziehen. In dieser Zeit hatte das Ehepaar Wertheim Hausdurchsuchungen, Beschlagnahmen und Strafen wegen sog. Devisenvergehen zu erdulden. Zuletzt waren sie in der Dürerstraße 20 untergebracht.
Von dort wurden am 25.4.1942 Emma, ihr Ehemann und auch ihr Schwager Salomon Wertheim nach Krasniczyn deportiert und dort bzw. in der Gegend vermutlich kurze Zeit später ermordet.
Sohn Ludwig arbeitete bereits seit 1931 mit Unterbrechungen in Bordeaux wo er u.a. mit Weingeschäften für die Firma seines Vaters tätig war. Nach einer Rückkehr nach Deutschland 1936 wurde er von den deutschen Behörden als Emigrant nach Frankreich ausgewiesen. Obwohl nach Kriegsausbruch im Lager Gurs interniert, überlebte er die Shoa, wurde in Frankreich eingebürgert und lebte später in Frankreich und Deutschland.
Emma Wertheims Schwester Elisa Metzger wurde Ende 1941 mit ihren Angehörigen nach Riga-Jungfernhof deportiert und bald darauf ermordet.
Biographie erstellt September 2010, überarbeitet Mai 2016.
   
Quelle Staatsarchiv Würzburg, Gestapo-Akte 17156, 17157;
Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T. 2, S.668, 669;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de990375 (28.4.2016);
Angaben zu den im Text erwähnten Angehörigen, die Opfer der Shoa wurden, finden sich im Namensverzeichnis des Gedenkbuchs;
Wikipedia Eintrag über Dr. Julius Nürnberger, https://de.wikipedia.org/wiki/Julius_N%C3%BCrnberger (28.4.2016).
Autorin / Autor NN, Ingrid Sontag
Paten Herr Bernd Pfannes, Frau Karin Ziegler
   
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