Ferdinand Dessauer

   
geboren am 25.07.1853 in Thüngen/Ufr.
Straße  Eichhornstraße 18
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum23.09.1942
Todesdatum04.11.1942
TodesortTheresienstadt
   
deportiert am 23.09.1942 nach Theresienstadt und dort am 04.11.1942 ermordet
   
Ferdinand Dessauer wurde als Sohn des Metzgers Baruch Dessauer und seiner Frau Sarah in Thüngen / Unterfranken geboren. Lange Zeit lebte er als Metzgermeister und Landwirt in seinem Geburtsort.
1886 heiratete er Pauline Eichberg, die Tochter eines Pferdehändlers aus dem Württembergischen. Das Ehepaar hatte vier Söhne: 1887 wurde Josef geboren, der später als Arzt in Nürnberg lebte. Hugo, geboren 1888, wanderte schon um 1909 in die USA aus. 1890 kam Sohn Semi zur Welt, 1894 Moritz, der ebenfalls Arzt wurde.
1907 zog Ferdinand Dessauer mit seiner Familie nach Würzburg. Hier eröffnete er eine Holz- und Kohlehandlung, arbeitete aber auch zeitweise als Vertreter. 1930 überließ er das Geschäft seinem Sohn Semi.
Ab 1937 lebte Ferdinand Dessauer in den Jüdischen Altersheimen Konradstraße und Dürerstraße. Seine Frau starb 1938. Semi emigrierte im Januar 1939 mit seiner Frau und den beiden Kindern in die USA. Auch Sohn Moritz, später Morris, gelang rechtzeitig die Auswanderung in die USA.
Am 23. September 1942 wurde Ferdinand Dessauer trotz seines hohen Alters nach Theresienstadt deportiert. Dort verstarb er am 04. November 1942.
   
Quelle Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, T. 1, S. 120f.;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de851598 (17.05.2016);
Datenbank der Holocaust Opfer aus den böhmischen Ländern und von Häftlingen im Theresienstädter Ghetto aus Europa, http://www.holocaust.cz/de/opferdatenbank/opfer/8866-ferdinand-dessauer/ (17.05.2016);
Deportation der jüdischen Bevölkerung aus Bezirksstelle Bayern. Nürnberg – Würzburg nach Theresienstadt, Abfahrtsdatum 23.09. – 24.09.1942, http://www.statistik-des-holocaust.de/II26-4.jpg (02.06.2016).
Autorin / Autor Dorothee Klinksiek
Paten Die SPD - OV Stadtmitte, Herr Michael Frank
   
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