Dora Schwabacher, geb. Schwabacher

   
geboren am 02.02.1881 in Würzburg
Straße  Bismarckstraße 5
Stadtteil Altstadt
Deportationsdatum17.06.1943
Todesdatumunbekannt
TodesortAuschwitz
   
deportiert am 17.06.1943 nach Auschwitz und dort ermordet
   
Dora Schwabacher entstammte einer wohlhabenden, kinderreichen Würzburger Familie. Ihre Eltern waren Besitzer der Bohnesmühle, die später von ihrem Bruder Wilhelm geführt wurde. Dora wuchs in Würzburg auf, wo sie bis zu ihrer Verehelichung mit dem Frankfurter Bankbeamten Emil Schwabacher im Jahre 1905 lebte. Die Heirat fand in Würzburg statt; das Ehepaar lebte aber seitdem in Frankfurt. Der Ehe entstammten zwei Töchter, Henny und Frieda; Frieda heiratete 1931 den angesehenen Würzburger Lackfabrikanten Bruno Riesenfeld. Im Winter 1918/19 starben im Abstand weniger Monate erst Doras Tochter Henny und dann ihr Mann. Möglicherweise wurden sie Opfer der damals grassierenden Spanischen Grippe, die in Europa Hunderttausende von Todesopfern forderte. Dora zog mit ihrer überlebenden Tochter Frieda zunächst zurück zu ihren Eltern nach Würzburg; später lebte sie zeitweise bei ihrer Tochter.

Über Dora Schwabachers Leben in Würzburg ist nur bekannt, dass sie Mitglied im Jüdischen Kulturbund war. Nachdem ihre Tochter mit ihrer Familie im April 1939 nach Amsterdam und im März 1940 weiter in die USA emigriert war, blieb Dora allein zurück. Im März 1942 wurde sie ihrer Wohnung verwiesen und kam ins Jüdische Wohnheim in der Bibrastraße 6. Sie verwaltete dort die Kleiderkammer.

Am 17.6.1943 wurde sie mit der letzten Deportation aus Würzburg nach Auschwitz verbracht. Da die in dieser Deportation erfassten Menschen nicht in der Gefangenenliste des KZs erscheinen, muss angenommen werden, dass sie nach der Ankunft sofort ins Gas geschickt wurden.
   
Quelle Reiner Strätz, Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945, Würzburg 1989, S. 459, 531, 533 f.;
Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945, http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/969757 (23.06.2016);
Yad Vashem – The Central Database of Shoa Victims’ Names, Gedenkblatt, http://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=en&itemId=590427&ind=3 (23.06.2016).
Autorin / Autor Hans-Peter Baum
Paten Herr Karl Adam, Frau Mechthild Adam
   
zurück